Biomassebasiertes Wärmenetz Breitungen
Die Biogasanlage Breitungen I soll 2012 erneuert und optimiert werden. Dabei ist auch geplant die Anlagenleistung zu erhöhen und das bestehende Zündstrahl-BHKW aus dem Jahr 2001 durch ein bzw. zwei neue BHKWs zu ersetzen. Da die Biogasanlagen Breitungen I und II in unmittelbarer
räumlicher Nähe zueinander stehen und die Fermenterheizung beider Anlagen untereinander verbunden ist, könnte dieses/diese BHKW auch in der Nähe potenzieller Wärmeabnehmer errichtet werden. Dazu wurden im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie insgesamt drei Standorte näher untersucht.
Am Standort des Kulturhauses könnten vier kommunale Wärmeabnehmer über ein Wärmenetz versorgt werden. Auf Grund der vergütungsseitigen Vorgaben im EEG (Mindestwärmenutzung 60 %) könnte hier nur ein BHKW mit einer installierten elektrischen Leistung von 40 kW betrieben werden. Sowohl im Bezug zum Bauaufwand (1.350 m Biogasleitung mit Querung Fluss Werra), als
auch im Bezug der erzielbaren Wärmegestehungspreise ist dieser Standort nicht zu empfehlen. Die anderen beiden Standorte im Industrie- und Gewerbegebiet Nord der Gemeinde Breitungen erzielen im Vergleich zu einem Vergleichskessel auf Erdgasbasis ähnliche geringe Wärmegestehungspreise. Hier könnten insgesamt elf Wärmeabnehmer an ein Wärmenetz
angeschlossen werden. Auch ein Ausbau des seit Ende 2009 bereits bestehenden Wärmenetzes zur Versorgung von drei Unternehmen im Industrie- und Gewerbegebiet Nord ist technisch möglich. Auch in diesem Szenario liegen die Wärmegestehungspreise deutlich unter denen eines
Vergleichskessels auf Erdgasbasis.
Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen wurden in Anlehnung an die VDI 2067 durchgeführt. Es wurden für die drei Szenarien bzgl. Standort Satelliten-BHKW jeweils zwölf unterschiedliche
Varianten bzgl. der Förderung von Wärme- und Biogasleitungen (0 %, 35 % und 65 %), der Art der Wärmeversorgung (Grund- und Vollversorgung) und der EEG-Vergütung (Einsatzstoffen) untersucht. Bei dem Szenario Ausbau bestehendes Wärmenetz wurden vier unterschiedliche Varianten bzgl. Förderung Wärme- und Biogasleitungen (0 % und 35 %) und der Art der
Wärmeversorgung (Grund- und Vollversorgung) untersucht. Zum Vergleich wurde der Wärmegestehungspreis bei einem Erdgaskessel mit 85 kW thermischer Leistung berechnet. Die geringsten Wärmegestehungspreise mit unter 1 ct/kWh (Grundversorgung) bzw. unter 2 ct/kWh (Vollversorgung) ergeben sich bei den Szenarien Satelliten-BHKW Gewerbegebiet und Ausbau
bestehendes Wärmenetz.
Für das Biomassebasierte Wärmenetz Breitungen wird ein Ausbau des bestehenden Wärmenetzes und im zweiten Schritt eine Errichtung eines Satelliten-BHKWs im Gewerbegebiet empfohlen.
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