Publikumsfragen zum ThEGA-Forum am 20.04.2015

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Bürgerenergiegenossenschaften kommt im Zuge der Energiewende eine große Bedeutung zu. Jedoch arbeiten diese auf gemeinnütziger Basis! Kann die Regierung hier Unterstützung leisten in Bezug auf Einbindung und Projektierungsarbeit?

Antwort Prof. Dr. Dieter Sell:

Das Thema Bürgerenergie wird Unterstützung bekommen. Hier sind aktuell verschiedene Maßnahmen in Vorbereitung.

Gibt es, oder wird es, neben der Servicestelle Wind, auch die Servicestelle Photovoltaik geben?

Antwort Prof. Dr. Dieter Sell:

Das Thema Wind ist mit all seinen Planungs- und Genehmigungsverfahren von hoher Komplexität geprägt. Zudem kulminieren sich aktuell die Aktivitäten zum Thema „Wind“ im Zuge der Fortschreibung der Regionalpläne unter geänderten politischen Vorgaben. Das Beratungsangebot der ThEGA wird um die Servicestelle „Wind“ erweitert. Ihr bestehendes Beratungsangebot zum Thema Photovoltaik wird dabei unverändert fortgeführt.

Sehr geehrte Frau Ministerin, Wärmesektor wird oft vergessen bzw. Wärmesektor wird als schlafender Riese bei Energiewende bezeichnet. Was sind die wichtigsten Säulen bzw. Ausbaupotenziale bei gleichzeitigem Ausstieg aus Import fossiler Energieträger?

Antwort Frau Ministerin Siegesmund:

Es ist richtig: der Wärmesektor bietet große Potentiale bei der Energiewende. In allererster Linie dabei müssen Einsparmöglichkeiten genutzt werden. Dann folgt die konsequente Nutzung von Abwärmepotentialen bei Wärmenetzen und durch Kraft-Wärme-Kopplung sowie das Ausloten von Potentialen der Wärmenutzung durch Erneuerbare Energien.

Ist ein konkreter Zusammenhang zwischen Kommunal-/Bürgerbeteiligung und Standortgenehmigung geplant und wenn ja, in welcher Form?

Antwort Frau Ministerin Siegesmund:

Andere Bundesländer sind diesen Weg bereits gegangen, was zu Klagen bezüglich des Gleichbehandlungsgrundsatzes geführt hat. Die entsprechenden Gerichtsurteile stehen noch aus. In Thüringen setzen wir vorerst auf eine freiwillige Selbstverpflichtung von Projektierungsunternehmen, Gemeinden und Bürger in die Projekte vor Ort einzubinden.

Wann wird der Winderlass kommen? Wird es ein beschleunigtes Verfahren zur Ausweisung von Vorranggebieten geben?

Antwort Frau Ministerin Siegesmund:

Ich denke, der Winderlass wird zur Jahresmitte erstellt sein. Gemeinsam mit dem Infrastrukturministerium erarbeitet das Umweltministerium den Erlass. Er soll Orientierung und Klarheit bei der Suche nach geeigneten Windkraftstandorten bringen.

Wie können Sie bzw. die ThEGA sich Maßnahmen im Hinblick auf Neue-Energie-Speicherung wie z.B. thermische Speicherung , PV Strom-Speicherung, Elektromobilität, Eis-Wärme-Speicher, Nutzung der Gebäude als Energie-Speicher für die Zukunft vorstellen?

Antwort Prof. Dr. Dieter Sell:

Dafür brauchen wir technologische Vorreiter im Land, die neue Systeme entwickeln und deren technische und wirtschaftliche Vorteile demonstrieren. Hier sehe ich in den Arbeitsgruppen des ThEEN e.V. die geeigneten „Keimzellen“ für solche Entwicklungen. Die ThEGA wird ihren Teil dazu leisten, gute Projekte voranzubringen und bekannt zu machen.

Wer soll den Strom, der jetzt zugebaut wird verbrauchen? Allein im Kyffhäuserkreis ist die erzeugte Windenergie siebenmal größer als der Bedarf. Wer bezahlt den Netzausbau und wer organisiert die Grundversorgung, auch in Zukunft finanziell?

Antwort Prof. Dr. Dieter Sell:

Bundesweit sind Erzeuger und Verbraucher ungleich verteilt. Wer regional zu viel erzeugt, verkauft seinen Strom und findet auch Abnehmer. Für die Nutzung des Überschussstroms haben wir Speicher (wenn auch nicht genug) und entwickeln neue Nutzungsmöglichkeiten (Power to Heat, Power to Gas, Power to Products …). Das hierbei finanzielle Aspekte immer Berücksichtigung finden, merken Sie beispielsweise daran, dass der Gesetzgeber hier kontinuierlich nachsteuert, um Fehlentwicklungen zu korrigieren. Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit sind nach wie vor die Eckpfeiler unseres Energieversorgungssystems.

Sehr geehrter Herr Gabel, ggw. bleibt das Gros bei Kraft-Wärme-Kopplung und Biogas Wärme ungenutzt. Welche Pläne haben Sie für deren künftige Nutzung? Planen Sie Jahreszeitenspeicher?

Antwort Herr Gabel / Eichsfeldwerke GmbH:

Die neueste und größte Biogasanlage der Eichsfeldwerke speist das Biogas ins Erdgasnetz ein. Auf diese Weise kann das Gas an den Ort des Verbrauchs gelangen, um dort effizient, beispielsweise durch Kraft-Wärme-Kopplung mit minimalen Verlusten genutzt zu werden. Die fast 30 Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen innerhalb der Eichsfeldwerke werden wärmegeführt gefahren, sodass eine maximale Energieausbeute des eingesetzten Biogases oder Erdgases gegeben ist.

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Andreas Braun

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