ThEGA und drei weitere Landesenergieagenturen entwickeln neues Online-Angebot für effizientes Energiemanagement Thüringer Kommunen

bundesweit einmalige Kooperation entwickelt neuen Qualitätsstandard - jährliche Energieeinsparung von 13,5 Millionen Euro in Thüringer Kommunen möglich - Zeulenroda-Triebes zeigt, wie erfolgreich kommunales Energiemanagement funktioniert

 

Rathäuser, Schulen und Kindergärten in thüringischen Städten und Gemeinden verbrauchen oft mehr Energie als nötig. Rund 10 bis 20 Prozent der Energiekosten jeder Kommune ließen sich ohne große Investitionen durch ein effizientes Energiemanagement einsparen. Thüringenweit wäre das ein Betrag von rund 13,5 Millionen Euro. Viele Kommunen haben bislang jedoch aus Mangel an Zeit, Wissen und Ressourcen kein professionelles Energiemanagement einführen können. Wie diese Potenziale dennoch gehoben werden können, haben die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) und drei weitere Energieagenturen am 13. September in Berlin beim Herbsttreffen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft "Klima, Energie, Mobilität, Nachhaltigkeit" vorgestellt. Kern der bundesweit einmaligen Kooperation ist das Online-Angebot „Kom.EMS“, welches Kommunen aus den beteiligten Bundesländern kostenfrei unter www.komems.de zur Verfügung steht. Beteiligt sind neben der ThEGA die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, die Sächsische Energieagentur und die Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt.

Vier Landesenergieagenturen bündeln ihre Kräfte

„Mit Hilfe der ThEGA haben bereits rund 50 Thüringer Kommunen und Landkreise erfolgreich ein Energiemanagement eingeführt. Mit unserem neuen Angebot Kom.EMS wollen wir diese Erfolge ausbauen und weitere Kommunen motivieren, auf Energiemanagement zu setzen“, sagt Frank Kuhlmey, Projektleiter Kommunales Energiemanagement bei der ThEGA. In die Entwicklung des Online-Werkzeugs sind die langjährigen Praxiserfahrungen der vier Landesenergieagenturen eingeflossen. „Das Projekt ist die erste Kooperation dieser Art zwischen Landesenergieagenturen und ein wichtiger Baustein für einen einheitlichen Qualitätsstandard im kommunalen Energiemanagement in Deutschland“, so Frank Kuhlmey. Die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit der Landesenergieagenturen soll Vorbild für andere Bundesländer und weitere Gemeinschaftsprojekte sein.

Zeulenroda-Triebes zeigt’s: 18.000 Euro weniger Energiekosten

Wie erfolgreich Energiemanagement sein kann, zeigt Zeulenroda-Triebes. Allein durch das Kontrollieren von Verbrauchsdaten und Gebäudetechnik sowie das Umsetzen kleinerer Maßnahmen in fünf ausgewählten Gebäuden konnten die Energieausgaben in der ostthüringischen Kleinstadt um 18.000 Euro jährlich reduziert werden. So hat der kommunale Energiemanager zum Beispiel die Heizungseinstellung in einer Schule an den tatsächlichen Bedarf angepasst und die Temperatur während der Ferien gesenkt. In anderen Gebäuden entdeckte er defekte Heizungsthermostate oder tauschte einen überdimensionierten Wasserzähler, weswegen die Stadt nun weniger Grundgebühr zahlt. Hochgerechnet auf alle kommunalen Gebäude sind in Zeulenroda-Triebes jährliche Einsparungen von 35.000 Euro möglich.

Kom.EMS: Starthelfer und Optimierungstool für Kommunen

„Mit dem Online-Werkzeug Kom.EMS erhalten kommunale Verwaltungen nun eine professionelle, praktisch anwendbare und kostenfreie Hilfestellung bei der Einführung oder Optimierung eines Energiemanagements“, erklärt Frank Kuhlmey. Mit Checklisten und einem digitalen Leitfaden bietet es ein kompaktes Informationspaket für den Aufbau eines Energiemanagements und schafft Strukturen, wenn Zuständigkeiten, etwa für einen energiesparenden Heizungsbetrieb, nicht klar geregelt sind. Ein Wissensportal mit konkreten Arbeitshilfen wie Muster-Beschlussvorlagen oder einem Rechentool helfen zusätzlich bei der praktischen Umsetzung. Für die Politik interessant: Mit dem Tool lässt sich auch die Wirksamkeit von Förderprogrammen prüfen. Dazu reichen ein Blick auf die Sparerfolge der teilnehmenden Verwaltungen und der Vergleich mit den geflossenen Fördergeldern.

Über das Kommunale Energiemanagement
Thüringer Städte, Gemeinden und Landkreise sind zentrale Akteure für Klimaschutz und Energieeffizienz. Sie sind die Zielgruppen für das kommunale Energiemanagement (www.energiemanagement-kommunen.de). Die umfassenden Beratungsangebote der ThEGA helfen Thüringer Kommunen, nachhaltig und strukturiert Energie und Kosten zu sparen – ohne selbst investieren zu müssen. Die ThEGA berät Kommunen außerdem bei der Modernisierung und Neuorganisation der Straßenbeleuchtung (www.straßenbeleuchtung-thueringen.de).

Über die ThEGA
Die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA) informiert und berät als Landesenergieagentur des Freistaates Thüringen Kommunen, Unternehmen,  Bürger und Politik in den Bereichen erneuerbare Energien, Energie- und Ressourceneffizienz, nachhaltige Mobilität sowie kommunales Energiemanagement. Dabei agiert die ThEGA markt- und anbieterneutral. Weitere Informationen unter: www.thega.de

 

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