Ungenutzte Abwärme aus Thüringer Unternehmen könnte 200.000 Häuser heizen

Das ThEGA-Abwärmekataster zeigt Abwärmequellen in Thüringen. Hohes Potenzial gibt es in den Branchen Papier-, Glas- und Metallherstellung.

Ob Motoren laufen, Metall bei hohen Temperaturen bearbeitet oder Druckluft erzeugt wird – in vielen Thüringer Unternehmen entsteht Wärme als Nebenprodukt thermischer oder mechanischer Produktionsprozesse. Häufig geht diese Abwärme noch ungenutzt verloren. Besonders viel entsteht in der Herstellung von Glas und Keramik, Papier und Pappe sowie Metall. Nach Berechnungen der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) liegt das Abwärmepotenzial in Thüringen bei vier Milliarden Kilowattstunden. Mit dieser bislang nicht genutzten Abwärme könnten rund 200.000 Einfamilienhäuser versorgt werden. Als Landesenergieagentur will die ThEGA vor allem die außerbetriebliche Nutzung von Abwärme in Thüringen intensivieren.

Abwärme selbst nutzen oder an Dritte verkaufen

Unternehmen könnten die derzeit noch oft verlorengehende Wärme selbst nutzen, um Energiekosten zu sparen, oder die Abwärme in Wärmenetze einspeisen, um damit Geld zu verdienen. Weitere Vorteile sind, dass für das Nutzen von Abwärme keine Eingriffe in das Landschaftsbild nötig sind und sich die Abgasemissionen in Thüringen reduzieren. Allerdings erfordert die außerbetriebliche Nutzung von Abwärme oft einen hohen Aufwand in der Projektvorbereitung und viel Abstimmung unter den beteiligten Akteuren. Das ist einer der wesentlichen Gründe für die zögerliche Umsetzung von Abwärme-Projekten in Thüringen.

Das Abwärmekataster auf www.thega.de/abwaerme zeigt 421 Abwärmequellen im Freistaat und informiert über die jeweils zur Verfügung stehende Wärmemenge. Um das Potenzial der Abwärme in Thüringen besser auszuschöpfen, hat die ThEGA auf ihrer Website die Erste Thüringer Abwärmestrategie als PDF-Broschüre veröffentlicht.

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