FAQs Elektromobilität

1. Warum sind die Preise für ein Elektroauto höher als für ein Verbrennerfahrzeug?

Ein wesentlicher Grund für die höheren Anschaffungskosten ist die Batterie. In den vergangenen Jahren ist allerdings durch das Produzieren höherer Stückzahlen eine Preisreduzierung festzustellen. Experten gehen davon aus, dass die Preise für Akkus in den nächsten Jahren deutlich sinken werden. Dadurch erreichen neuere E-Autos künftig eine höhere Reichweite und es ist mit niedrigeren Fahrzeugpreisen zu rechnen.

2. Wie hoch sind beim Elektroauto die Wartungskosten?

Die Wartungskosten sind deutlich niedriger als bei Verbrennerfahrzeugen. Viel weniger bewegliche Bauteile machen den Elektromotor wartungsarm. Beispielsweise ist kein Motorölwechsel erforderlich. Durch die Rückgewinnung von Energie beim „Bremsen“ ist auch der Verschleiß der Bremsbeläge deutlich geringer.

3. Wie lang ist die Lebensdauer einer Batterie für ein Elektroauto?

Hersteller geben üblicherweise eine Garantie auf die Batterie - beispielsweise bis zu acht Jahre. Dies beinhaltet allerdings einen geringen Kapazitätsverlust. Denn grundsätzlich verlieren Akkus von E-Autos mit der Zeit langsam an nutzbarer Kapazität. Diese hängt bei wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Akkus einmal vom kalendarischen Alter und zum anderen von den Ladezyklen ab. Die Lebensdauer der Batterie ist aber auch von den Betriebsbedingungen, der Fahrweise, dem Ladeverhalten, den eingesetzten Materialien und der Qualität des Herstellungsprozesses abhängig.

Eine Untersuchung des ADAC aus dem Jahr 2017 hat gezeigt, dass beim Nissan Leaf nach fünf Jahren und 80.000 gefahrenen Kilometern die Kapazität der Batterie bei 89 Prozent lag. Eine ältere Studie mit dem Tesla Roadster hat gezeigt, dass nach einer durchschnittlichen Fahrstrecke von 160.000 Kilometern die Batterie noch eine Kapazität von 80 bis 85 Prozent hatte.

Wenn die Batterie für die Reichweite eines Elektroautos nicht mehr ausreicht, muss sie übrigens nicht gleich entsorgt werden. Sie kann in sogenannten „Second Life“-Anwendungen beispielsweise für die Speicherung von Solarstrom genutzt werden.

4. Wie ist die Reichweite von Elektroautos bei Minusgraden im Winter?

Die nutzbare Akkukapazität verringert sich bei niedrigen Temperaturen. Auch wird für die Heizung zusätzlicher Strom benötigt. Für die üblichen Strecken sollte daher bei der Reichweite ein zusätzlicher Puffer eingeplant werden.

Günstig ist die Nutzung einer Garage oder das Abstellen in einem Parkhaus. Auch kann es hilfreich sein, das Auto gleich nach der Fahrt zu laden, denn dann ist der Akku noch warm.

5. Typ 1 oder Typ 2: Was unterscheidet die Ladestecker für ein Elektroauto?

Für das Laden mit Wechselstrom hat die Europäische Kommission 2013 den Typ 2-Stecker - auch Mennekes-Stecker genannt - als Norm für das Laden festgelegt. Einige Fahrzeuge - vor allem aus dem asiatischen Raum - haben noch einen Typ 1–Stecker. Für diesen werden Adapter auf Typ 2 angeboten, sodass die Fahrzeugladung überall möglich ist.

Viele Autos können zusätzlich mit Gleichstrom geladen werden. In Europa ist dafür der CCS-Stecker (Combined Charging System) als Standard favorisiert. Jede öffentliche Schnellladesäule in Deutschland ist mindestens mit einem CCS-Stecker ausgestattet.

Bei asiatischen Elektroautos hingegen ist der so genannte  CHAdeMO-Anschluss standardmäßig am Fahrzeug integriert. Tesla hat für die Gleichstromladung mit seinem Supercharger ein eigenes System entwickelt.

6. Was kostet das Aufladen eines Elektroautos an einer öffentlichen Ladestation und wie erfolgt der Zugang?

In Thüringen haben sich die Anbieter auf eine einheitliche Zugangskarte für das Nutzen der Ladestationen geeinigt. Die Preismodelle für das Laden sind allerdings unterschiedlich. Es gibt Ladestationen, an denen das Laden kostenlos ist. Häufig wird an einer Ladestation ein bestimmter kW-Preis verlangt. Manche Preismodelle bieten eine zeitbasierte Abrechnung oder eine Kombination von kW-Preis und „Parkgebühr“. Das hängt vom Standort ab. Üblich ist zum Beispiel ein kW-Preis von 30 Cent.

Grundsätzlich sollte das Laden überall ohne Anmeldung möglich sein - beispielsweise per SMS. Dies setzt sich zunehmend durch. Zudem bieten Autohersteller, Energieversorger und Roaming-Anbieter ihren Kunden häufig eine App und/oder eine Zugangskarte an, mit der man sich einfach an Ladestationen für die Abrechnung identifiziert. Dies kann Preisvorteile bringen. Mehr Infos unter: www.ladenetz.de

7. Ist es möglich, mehr als ein Elektroauto zu Hause zu laden?

Das Laden mehrerer Fahrzeuge am Wohnort ist prinzipiell möglich. Die Anzahl ist jedoch von der Hausinstallation und von der Anschlussleistung des Gebäudes abhängig. Zusätzlich ist auch die Leistungsaufnahme pro Fahrzeug entscheidend.

Empfehlenswert ist die Anschaffung einer bzw. von mehreren Ladeboxen, die so eingestellt werden können, dass mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden können, ohne dass die Hausinstallation an Ihre Grenzen kommt.

8. Wie soll das Laden eines Elektroautos in großen Wohngebieten mit Mehrfamilienhäusern funktionieren, in denen es keine festen Parkplätze gibt?

Mit dieser Frage beschäftigen sich aktuell auch Wohnungsbaugenossenschaften. Denn auch sie sehen sich hier zunehmend in der Verantwortung. Konzepte dazu mit mehreren Ladepunkten auf Gemeinschaftsparkplätzen werden in den nächsten Jahren getestet.

9. Kann ich mit dem Elektroauto ins Ausland fahren und es dort aufladen?

Ja. In Europa wurde ein einheitlicher Steckertyp festgelegt und auch die Abrechnung (Roaming) funktioniert immer besser. In manchen Nachbarländern ist die Ladeinfrastruktur sogar besser ausgebaut als in Deutschland. Vor Reiseantritt sollte man sich natürlich über die Lademöglichkeiten auf der Strecke und am Zielort informieren.

10. Wie kann ich mein Stromkabel davor sichern, dass Dritte es aus der Ladesäule am Auto ziehen?

Der in Europa geltende Standard für Stecker sieht eine Verriegelung an der Ladesäule und am Elektroauto vor. Ein Diebstahl oder unberechtigtes Abstecken ist damit nicht möglich.

11. Wie ist die Ökobilanz von Elektroautos, wenn die Ressourcen für die Herstellung und die Entsorgung der Akkus berücksichtigt werden?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, weil viele Faktoren eine Rolle spielen: der Stromverbrauch, die Herkunft der Elektrizität, das Klima am Einsatzort, die Herstellung der Zusatzkomponenten und vor allem der Batterie sowie die Lebensdauer und Fahrleistung des Autos.

Grundsätzlich gilt: Die Produktion eines E-Autos verbraucht mehr Ressourcen als die eines gleich großen Verbrennerfahrzeuges. In der alltäglichen Nutzung ist ein E-Auto jedoch viel umweltfreundlicher als ein Benziner oder Dieselfahrzeug. Und das obwohl der heutige Strommix nur zu 32 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern besteht. Für mehr Infos zu diesem Thema empfehlen wir diese Untersuchung zur Energiebilanz von Elektro-Autos.

12. Für Batterien von Elektroautos werden knappe Rohstoffe benötigt (z.B. Kobalt) - sind Alternativen absehbar?

Wegen der hohen Nachfrage nach leistungsfähigen Akkus beschäftigen sich Forscher weltweit mit neuen Technologien. Ziel ist es, die Energiedichte zu erhöhen und neue Werkstoffe einzusetzen. Erfolgversprechende Ansätze sind beispielsweise der Nickel-Zink-Akku und der Magnesiumsulfid-Akku. Beide kommen ohne Kobalt aus - sind aber noch im Forschungsstadium.

13. Gibt es auch Elektro-Roller?

Der Markt der Elektroroller ist noch vergleichsweise übersichtlich. Erst seit 2014 ist eine nennenswerte Anzahl alltagstauglicher Modelle verfügbar. Hinzu kommen regelmäßig neue Modelle. Weitere Informationen finden sich beispielsweise auf diesen Webseiten: http://elektroroller-test.net/ und https://www.electrive.net/category/zweirad.