Bislang ungenutzte Abwärme aus Thüringer Unternehmen könnte 200.000 Häuser heizen

Hohes Potenzial vor allem in Branchen Papier-, Glas- und Metallherstellung - ThEGA-Abwärmekataster zeigt Abwärmequellen in Thüringen - Broschüre "Erste Thüringer Abwärmestrategie" veröffentlicht

Ob Motoren laufen, Metall bei hohen Temperaturen bearbeitet oder Druckluft erzeugt wird – in vielen Thüringer Unternehmen entsteht Wärme als Nebenprodukt thermischer oder mechanischer Produktionsprozesse. Häufig geht diese Abwärme noch ungenutzt verloren. Besonders viel entsteht in der Herstellung von Glas und Keramik, Papier und Pappe sowie Metall. Nach Berechnungen der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) liegt das Abwärmepotenzial in Thüringen bei vier Milliarden Kilowattstunden. Mit dieser bislang nicht genutzten Abwärme könnten rund 200.000 Einfamilienhäuser versorgt werden. Als Landesenergieagentur will die ThEGA vor allem die außerbetriebliche Nutzung von Abwärme in Thüringen intensivieren. Hierbei werden vorhandene Wärmeüberschüsse an Dritte abgegeben. Das Abwärmekataster auf www.thega.de/abwaerme zeigt 421 Abwärmequellen im Freistaat und informiert über die jeweils zur Verfügung stehende Wärmemenge. Unternehmen können so potenzielle Abnehmer wie Wohnungsunternehmen, Energieversorger oder andere Gewerbebetriebe auf überschüssige Wärmepotenziale hinweisen. Kommunen und Stadtwerke können die gerade aktualisierten Daten als Planungsgrundlage für eine effiziente Wärmeversorgung von Wohnquartieren nutzen.

Abwärme selbst nutzen oder an Dritte verkaufen

„Noch geht ein zu hoher Anteil der industriellen Abwärme einfach so verloren“, sagt Anton Wetzel, Projektleiter für Wärmenetze bei der ThEGA. „Dabei können Unternehmen diese Wärme selbst nutzen, um Energiekosten zu sparen, oder die Abwärme in Wärmenetze einspeisen, um damit Geld zu verdienen. Beides steigert die eigene Wettbewerbsfähigkeit und leistet einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende.“ Weitere Vorteile seien, dass für das Nutzen von Abwärme keine Eingriffe in das Landschaftsbild nötig sind und sich die Abgasemissionen in Thüringen reduzieren. Allerdings erfordere die außerbetriebliche Nutzung von Abwärme oft einen hohen Aufwand in der Projektvorbereitung und viel Abstimmung unter den beteiligten Akteuren. Das sei einer der wesentlichen Gründe für die zögerliche Umsetzung von Abwärme-Projekten in Thüringen.

Neue Broschüre informiert über Förderung und Abwärmequellen

Um das Potenzial der Abwärme in Thüringen besser auszuschöpfen, hat die ThEGA die Erste Thüringer Abwärmestrategie veröffentlicht. Sie zeigt die größten Abwärmequellen in Thüringen, informiert über Förderprogramme und gibt Empfehlungen an die Politik. Etwa regen die Experten eine stärkere finanzielle Unterstützung von Machbarkeitsstudien an. So könnten Unternehmen bereits im Vorfeld ohne finanzielles Risiko prüfen lassen, ob sich die Nutzung von Abwärme im Einzelfall wirtschaftlich rechnet und technisch umsetzbar ist. Die Erste Thüringer Abwärmestrategie ist auf der ThEGA-Website unter www.thega.de/publikationen als PDF-Broschüre abrufbar.

Über die ThEGA     
Die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA) informiert und berät als Landesenergieagentur des Freistaates Thüringen Kommunen, Unternehmen, Bürger und Politik in den Bereichen erneuerbare Energien, Energie- und Ressourceneffizienz, nachhaltige Mobilität sowie kommunales Energiemanagement. Dabei agiert die ThEGA markt- und anbieterneutral. Gemeinsam mit acht internationalen Partnern engagiert sich die ThEGA in dem europäischen Projekt CE-HEAT für eine stärkere Nutzung von Abwärme. Weitere Informationen unter: www.thega.de und www.thega.de/abwaerme.


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