Nachrichten

Wertschöpfung aus Windenergie soll in der Region bleiben

Landesenergieagentur ThEGA und Windenergieunternehmen wollen regionale Wertschöpfung forcieren und überreichen „Erfurter Erklärung“ an Ministerpräsident Ramelow.

Die Servicestelle Windenergie der Landesenergieagentur ThEGA und Unternehmen aus der Windenergiebranche wollen Thüringer Kommunen und Bürger stärker an der Wertschöpfung von Windparks beteiligen. THEGA-Geschäftsführer Professor Dieter Sell und Karsten Tietz von der juwi AG haben auf dem „Wertschöpfungsgipfel Windenergie“ eine entsprechende Erklärung an Ministerpräsident Bodo Ramelow übergeben. Darin bekräftigen die Unternehmen, die allesamt Träger des ThEGA-Siegels „Faire Windenergie“ sind, dass sie sich für ein faires Miteinander bei der Entwicklung von Windstandorten einsetzen und der regionalen Wertschöpfung ein besonderes Gewicht beimessen. Entscheidend sei, dass vor Ort nicht nur Belastungen entstehen, sondern dass Thüringer Bürger und Kommunen vom Ausbau der Windenergie profitieren. Das Bundesverkehrsministerium gibt den jährlichen Wertschöpfungseffekt einer 2 Megawatt-Windenergieanlage in einer Studie mit ca. 140.000 Euro an. Hochgerechnet auf 20 Jahre Laufzeit sind das rund 2,8 Millionen Euro pro Anlage.

Regionale Wertschöpfung ist entscheidend für Akzeptanz

Derzeit produzieren 839 Windenergieanlagen auf ca. 0,3 Prozent der Landesfläche Thüringens klimafreundlichen Strom. Damit können etwa 800.000 Haushalte versorgt werden. Durch regionale Wertschöpfung könnten Kommunen und Bürger von direkten Effekten wie Steuer- und Pachteinnahmen profitieren. Zusätzlich würden sich indirekte Wertschöpfungseffekte auszahlen  – etwa, wenn Aufträge für Bau und Betrieb der Anlage an Firmen aus der Region vergeben werden oder wenn durch so genannte Ersatzmaßnahmen der örtliche Festplatz verschönert, Biotope angelegt oder Flüsse renaturiert werden.

Best-Practice aus dem Kyffhäuserkreis

Der Windpark Helbedündorf-Holzthaleben im Kyffhäuserkreis mit fünf Windenergieanlagen zeigt, welche regionalen Potenziale zu heben sind: Die Gemeinde hat Pachtzahlungen für die Grundstücke erhalten sowie finanzielle Unterstützung für örtliche Vereine und die neu gegründete Stiftung Helbedündorf, die sich für den Erhalt von Grundschule und Kita im Ort einsetzt. Bei Bau und Betrieb der Windenergieanlagen hat die Projektierungsfirma wpd onshore GmbH hauptsächlich auf regionale Unternehmen gesetzt. Statt – wie gesetzlich festgelegt – 70 Prozent Gewerbesteuer an die Windpark-Kommune und 30 Prozent an den Sitz des Unternehmens abzuführen, zahlt wpd onshore 90 Prozent Gewerbesteuer an die Thüringer Kommune. Dies ist ebenso in den Leitlinien der ThEGA-Siegelpartner verankert wie die bevorzugte Auftragsvergabe an regionale Unternehmen. Als Ersatzmaßnahmen für den Bau der Windräder wurden u.a. eine Streuobstwiese angelegt und neue Lebens- und Jagdräume für Greifvögel geschaffen.

Weitere Infos zur Servicestelle Windenergie und dem Siegel „Faire Windenergie“: https://www.thega.de/wind-gewinnt/