Energiecontracting

Gebäude energetisch modernisieren - ohne hohe Eigeninvestitionen

Mit Energiecontracting können öffentliche Gebäude wie Schulen, Altersheime oder Kliniken modernisiert werden, um langfristig Energiekosten zu senken. Dabei übernimmt ein externer Energiedienstleister, ein so genannter Contractor, die Planung, Finanzierung und Umsetzung der Modernisierung. Technische und wirtschaftliche Risiken trägt ebenfalls der Contractor.

Contracting ist besonders sinnvoll, wenn Haushaltsmittel knapp oder Fachkompetenz für Sanierungen begrenzt ist. Gebäudebetreiber profitieren vom Expertenwissen des Contractors, der Übernahme von Errichtungskosten und Garantien für die zu erzielenden Ergebnisse. 

Die ThEGA prüft gemeinsam mit Thüringer Kommunen oder den Betreibern, ob Gebäude für Energiecontracting geeignet sind, und unterstützt bei den nächsten Umsetzungsschritten.

Wie wir Sie unterstützen

  • Einstiegsberatung zu Energieliefer- und Energieeinsparcontracting
  • Prüfung, welche Gebäude für Energiecontracting geeignet sind
  • Unterstützung bei Ausschreibung und Vergabe von Contractingleistungen

Welche Arten des Contracting gibt es?

Energiesparcontracting

Energieeinsparcontracting (ESC) ist ein Modell, bei dem ein externer Dienstleister – der Contractor – energetische Modernisierungsmaßnahmen plant, finanziert und umsetzt. Die Investitionen bezahlt der Auftraggeber nicht direkt, sondern über die tatsächlich erzielten Energieeinsparungen. Der Contractor garantiert dabei eine bestimmte Einsparhöhe und trägt das wirtschaftliche Risiko, falls diese nicht erreicht wird. So können Gebäude energieeffizient modernisiert werden, ohne dass der Auftraggeber hohe Anfangsinvestitionen leisten muss. Die übliche Vertragslaufzeit liegt bei 8 - 15 Jahren.

Energieliefercontracting

Energieliefercontracting (ELC) ist ein Modell, bei dem ein Contractor eine Anlage zur Erzeugung von Nutzenergie (z.B. Wärme, Kälte oder Licht ) plant, baut, finanziert und betreibt. Der Kunde zahlt nicht für die Investition selbst, sondern für die gelieferte Nutzenergie zu vertraglich festgelegten Preisen. Der Contractor trägt das technische und wirtschaftliche Betriebsrisiko der Anlage und sorgt für effizienten, sicheren und kostentransparenten Betrieb. So erhält der Kunde verlässlich Energie aus einer modernen Anlage ohne eigene Investitions- und Wartungsaufwände. Die übliche Vertragslaufzeit liegt bei 10 - 20 Jahren.

Betriebsführungscontracting

Beim Betriebsführungs-Contracting steht die wirtschaftlich und technisch optimierte Betriebsführung einer bestehenden Anlage im Vordergrund. Der Contractor ist nicht Eigentümer der Anlage, sondern übernimmt als externer Dienstleister deren Bedienung, Wartung, Instandhaltung und das Betriebsrisiko. Im Unterschied zu investiven Contracting-Formen – wie dem Energieliefer- oder Einspar-Contracting – erbringt der Contractor hier reine Dienstleistungen. Das Investitionsvolumen ist daher in der Regel minimal oder gar nicht vorhanden, weshalb auch die Vertragslaufzeiten deutlich kürzer ausfallen.

Vorteile Energiecontracting

  • Entlastung der kommunalen MitarbeiterInnen
  • Keine eigenen Investitionskosten notwendig
  • Planungssicherheit bei den Energiekosten
  • Vertraglich garantierte Energiekosteneinsparung
  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben

Stimmen zu unserer Beratung

Das sagen unsere Kunden und Partner

Die Beratungsleistungen der ThEGA haben uns sehr geholfen, das Einsparcontracting für unsere kreiseigenen Liegenschaften erfolgreich umzusetzen. 

Kristina Fitz, Energiemanagerin Unstrut-Hainich-Kreis

    Praxisbeispiel: So funktioniert Einsparcontracting im Unstrut-Hainich-Kreis

    Der Unstrut-Hainich-Kreis zeigt als erste Thüringer Kommune, wie Energiecontracting in der kommunalen Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann. Im Video berichten die Beteiligten über Ablauf und Ergebnisse des Projekts.

    Förderungen im Bereich Energiecontracting

    Unsere Projekte

    Best-Practice-Beispiele aus Thüringen
    • Kontaktdaten

      Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis
      Lindenhof 1
      99974 Mühlhausen

      Ansprechpartnerin: Kristina Fitz
      Telefon: 03601 802644
      E-Mail: k.fitz@uh-kreis.de
      Website: Landratsamt Unstrut-Hainich-Kreis

      Was wurde gemacht?

      Es wurden 35 kreiseigene Gebäude durch den Dienstleister energetisch modernisiert – darunter 25 Schulgebäude, neun Sporthallen und ein Kinderheim. Hierbei wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:

      • Modernisierung der Wärmetechnik
      • Modernisierung der Gebäudeautomation
      • Modernisierung der Lüftungs- und Klimatechnik
      • Modernisierung der Innenbeleuchtung
      • Dämmung oberste Geschossdecken
      • Einbindung erneuerbarer Energien

      Insgesamt wurden für diese Maßnahmen 4,1 Millionen Euro investiert.

      Was wurde erreicht?

      Jährlich werden Energiekosten von etwa 440.000 Euro gegenüber dem Referenzjahr eingespart. Die Finanzierung der Maßnahmen erfolgte komplett über den Dienstleister, die Refinanzierung geschieht über die Beteiligung des Dienstleisters an den eingesparten Energiekosten.

      Wer war mit dabei?

      • Unstrut-Hainich-Kreis
      • ENGIE Deutschland GmbH
      • Deutsche Energie-Agentur (dena)
      • Landesenergieagentur ThEGA
      • Berliner Energieagentur (BEA)

      Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Landkreises Unstrut-Hainich.

    Weitere Themen für Sie

    Häufig gestellte Fragen

    • Ist die ThEGA ein Contracting-Anbieter?

      Nein, die ThEGA bietet Einstiegsberatungen zu Energieliefer- und Energieeinsparcontracting an, kann bei der Prüfung geeigneter Gebäude helfen und unterstützt bei der Ausschreibung und Vergabe von Contractingleistungen.

    • Welche Rahmenbedingungen benötigt ein erfolgreiches Einsparcontracting-Projekt?

       Ein Energieliefercontracting-Projekt benötigt folgende Rahmenbedingungen:

      • Gesamt-Energiekosten von mindestens 300.000 Euro pro Jahr
      • wirtschaftlich erschließbares Einsparpotential durch energetische Modernisierung der Gebäudetechnik (z.B. Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Gebäudeautomation) in Höhe von mindestens 25 Prozent
      • konstante Nutzungsbedingungen und Verbrauchstransparenz
      • auf langfristige Kooperation ausgelegte Zusammenarbeit zwischen Gebäudebetreiber und Contractor

    • Welche Rahmenbedingungen benötigt ein erfolgreiches Energieliefercontracting-Projekt?

      Energieliefercontracting eignet sich insbesondere für Liegenschaften, in denen Anlagen zur Erzeugung von Nutzenergie (z.B. Wärme, Kälte, Licht) alters- oder technisch bedingt erneuert werden müssen.

      Die Erneuerung und der Betrieb der Anlage im Energieliefercontracting muss dabei wirtschaftlich günstiger oder zumindest dem Eigenbetrieb gleichwertig sein.

    Ihre Ansprechpersonen

    Sie haben Fragen? Wir beraten gern.

    Frank Kuhlmey Bereichsleiter

    Schwerpunkte

    Anton Wetzel Projektleiter

    Schwerpunkte