Wärmenetze in Thüringen

Nachhaltige Wärmeversorgung durch Nah- und Fernwärme

Die Wärmeerzeugung ist der größte Posten in der CO2-Bilanz deutscher Haushalte. Wärmenetze – also das Beheizen über Fern- und Nahwärme – ermöglichen eine ökologische Versorgung mit Wärme. Sie nutzen Wärme aus der Kraft-Wärme-Kopplung, aus erneuerbaren Energien, aus Power to-Heat-Anlagen und industrieller Abwärme.

Damit sind Wärmenetzte ein wichtiger Bestandteil der Energie- und Wärmewende. Viele Städte in Thüringen verfügen bereits über Wärmenetze. Ziel ist es, diese Netze bis 2045 weitestgehend klimaneutral zu betreiben. Hierfür sind langfristige Transformationspläne notwendig. 

Zusätzlich sind einige Städte und Gemeinden für den Neubau von Wärmenetzen geeignet. Die ThEGA unterstützt Kommunen bei der Konzeptionierung und der Vorplanung neuer Wärmenetze und beim Optimieren bestehender Netze.

Wie wir Sie unterstützen

  • Hilfe beim Initiieren und Umsetzen von Wärmenetzen
  • Beratung zu technischen Optionen und wirtschaftlichen Aspekten
  • Erstellen eines Wärmenetz-Checks
  • Beratung zu Betreibermodellen & Fördermitteln
  • Ausschreibung und Begleitung von Machbarkeitsstudien

Vorteile von Wärmenetzen

  • Hoher Anteil an Kraft-Wärme-Kopplung und teilweise von regenerativen Energien
  • Geringe Brennstoffkosten, z. B. bei Holzhackschnitzeln oder Abwasserwärme
  • Einbinden von industrieller Abwärme und regenerativen Energien sehr gut möglich
  • Möglichkeiten der Mitbestimmung und der finanziellen Beteiligung bei Bürgerenergiegenossenschaften
  • Stärkung der regionalen Wertschöpfung
  • Geringere Investitionskosten bei großen Erzeugungsanlagen im Vergleich mit Kleinanlagen

Wussten Sie schon?

1107

Kilometer Wärmeleitungen sind in Thüringen verlegt.

164

Nah- und Fernwärmenetze gibt es in Thüringen.

3464

GWh Wärme wurden 2023 in Thüringen für die Nah- und Fernwärmeversorgung erzeugt.

Quellenangabe: Thüringer Landesamt für Statistik (Stand: 2025)

Stimmen zu unserer Beratung

Das sagen unsere Kunden und Partner

Mit Unterstützung der ThEGA ist es uns gelungen, mehrere Vorhaben zur Dekarbonisierung unserer Fernwärme zu finanzieren und umzusetzen - etwa die größte Solarthermieanlage Thüringens und unsere neue Bioheizzentrale mit lokalem Restholz. Bei der Prüfung und Beratung der EFRE-Fördermittel hat die ThEGA uns während des Antrags- und Bewilligungsprozesses sehr kompetent und engagiert begleitet. Dafür sind wir sehr dankbar. 

Henning Weiß und Regina Gierse, Geschäftsführer der Stadtwerke Mühlhausen

Die ThEGA hat uns bei einem Abwasserwärme-Projekt durch ihr Netzwerk und ihre Fachexpertise unterstützt, die passende Projektidee zu entwickeln und diese umzusetzen. Zusätzlich hat sie uns bei der Suche und Beantragung der Fördergelder über alle Hürden hinweggeholfen. Wir freuen uns, dass es die ThEGA als kostenfreie Einrichtung in Thüringen gibt. 

Severin Kühnast, Geschäftsführer der Stadtwerke Schmölln

Dank der EFRE-Fördermittel und der Beratung durch die ThEGA ist es uns gelungen, das erste Nahwärmenetz in Thüringen zu bauen, welches mit Brennstoff aus aufbereiteten Grünschnittabfällen betrieben wird. Für deren Entsorgung hatten wir vorher Geld bezahlt, jetzt nutzen wir sie, um Heizenergie für ein Nahwärmenetz umweltfreundlich zu erzeugen. 

Thomas Mund, Geschäftsführer der Stadtwerke Nordhausen – Holding für Versorgung und Verkehr GmbH 

    Thüringer Wärmekataster

    Daten für die kommunale Wärmeplanung erhalten

    Schritt 1: PDF-Formular herunterladen und ausfüllen

    Schritt 2: Formular per E-Mail an ThEGA senden

    E-Mail schreiben

    Mit dem Thüringer Wärmekataster unterstützt die ThEGA im Auftrag des Thüringer Energieministeriums Kommunen und deren Planungsbüros bei der Datenrecherche für die kommunale Wärmeplanung. Das Wärmekataster liefert Daten zum Wärmebedarf aller beheizten Gebäude in Thüringen.

    Die bereitgestellten Informationen umfassen Basisdaten zu Gebäudehöhe, -größe und -nutzung sowie Angaben zu Baualtersklassen und Heizungsarten. Ergänzend werden modellierte Wärmebedarfe auf Einzelgebäudeebene inklusive künftiger Sanierungspotenziale bereitgestellt. Die Daten sind für die Nutzung in Geoinformationssystemen (GIS) aufbereitet.

    Um die Daten zu erhalten, füllen Sie als planungsverantwortliche Kommune bitte das unten stehende PDF-Formular aus und senden es per E-Mail an die ThEGA. Anschließend erhalten Sie einen Download-Link zu den gewünschten Datensätzen.

    Förderungen für Wärmenetze

    Förderungen von Bund und EU

    • Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) 

      Das Förderprogramm richtet sich an Betreiber neuer oder ausgebauter Wärmenetze in Deutschland. Gefördert werden Investitionen (Zuschüsse) in Wärmenetze und -speicher. Die Förderung bezieht sich auf den Neu- und Ausbau von Wärmenetzen. Diese sollten über einen Mindestanteil von 50 Prozent KWK-Wärme verfügen, die mit einer Kombination aus erneuerbaren Energien oder industrieller Abwärme erzeugt wird, die ohne zusätzlichen Brennstoffeinsatz bereitgestellt wird. Auf der Website des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA) finden sich weitere Informationen.

    • Bundesförderung effiziente Wärmenetze

      Förderanträge für die „Bundesförderung effiziente Wärmenetze“ können seit dem 15. September 2022 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Die Förderrichtlinie besteht aus den folgenden drei Modulen:

      Modul 1: Transformationspläne und Machbarkeitsstudien
      Das Erstellen von Transformationsplänen zur Dekarbonisierung bestehender Netze und von Machbarkeitsstudien zur Errichtung neuer Wärmenetze mit einem Anteil erneuerbarer und klimaneutraler Wärmenetze von mind. 75 Prozent wird mit bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten gefördert. Planungsleistungen nach der Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI) werden ebenfalls gefördert. Die maximale Fördersumme ist auf 600.000 Euro begrenzt.

      Modul 2: Systemische Förderung
      Diese Umsetzungsförderung umfasst den Neubau von Wärmenetzen, die zu mindestens 75 Prozent mit erneuerbaren Energien und Abwärme betrieben werden sowie die Transformation von Bestandsinfrastrukturen zu treibhausgasneutralen Wärmenetzen. Voraussetzung für eine Förderung ist ein Transformationsplan oder eine Machbarkeitsstudie.

      Die Förderung beträgt 40 Prozent der förderfähigen Kosten. Für Solarthermieanlagen sowie Wärmepumen in Wärmenetzen ist zudem eine Betriebskostenförderung möglich, die über die ersten zehn Jahre des Betriebs gewährt wird.

      Modul 3: Einzelmaßnahmen
      Neben der Neuerrichtung von Wärmenetzen oder der systemischen Transformation von Bestandswärmenetzen können auch schnell umsetzbare Maßnahmen in Wärmenetzen als Einzelmaßnahmen gefördert werden. Dazu gehören beispielsweise Solarthermieanlagen, Wärmepumpen, Biomassekessel, Wärmespeicher und Wärmeübergabestationen. Bei Einzelmaßnahmen beträgt die Förderquote ebenfalls 40 Prozent.

      Modul 4: Betriebskostenförderung
      Über das Modul 4 wird Beihilfe für die Erzeugung von Wärme aus Solarthermie (auch PVT-Anlagen) und strombetriebenen Wärmepumpen gewährt. Diese Betriebskostenförderung erfolgt für die ersten zehn Betriebsjahre. Bei Wärmepumpen ist die Förderung abhängig von der Jahresarbeitszahl, je höher diese ist, desto höher auch die Förderung. Für eingespeiste Solarwärme beträgt die Förderung 1 ct/kWh.
       

    • Bundesförderung effiziente Gebäude

      Seit Januar 2021 ist die Bundesförderung effiziente Gebäude in Kraft. Investitionskostenzuschüsse sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAfA), zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zu beantragen. Ein Bestandteil dieser Förderrichtlinie ist das Errichten neuer Arealnetze/Gebäudewärmenetze sowie der Anschluss an existierende Wärmenetze.

    • EFRE-Förderung mit dem Schwerpunkt “Effiziente Stadt”

      In der Förderperiode 2021 bis 2027 werden erneut EFRE-Fördermittel für die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude und für Wärmenetze in den zentralen Thüringer Orten zur Verfügung stehen. Die ThEGA unterstützt Kommunen und Stadtwerke bei der Entwicklung der Projekte und der Inanspruchnahme der Förderung. Weitere Informationen und Ansprechpartner für Fragen und mögliche Projekte finden Sie auf unserer Website.

    Veranstaltungen aus diesem Fachbereich

    Mann sitzt vor einem Laptop und bekommt von einer anderen Person den Energieatlas der Landesenergieagentur Thüringen (ThEGA) erklärt
    Kommunale Wärmeplanung – Workshop für Starter 2/2026

    Workshopreihe zur KWP von TMUENF und ThEGA

    Mann sitzt vor einem Laptop und bekommt von einer anderen Person den Energieatlas der Landesenergieagentur Thüringen (ThEGA) erklärt
    Kommunale Wärmeversorgung – vom Plan zur Umsetzung

    KlimaUpdate Kommune - Praxisreihe für die Kommunale Verwaltung

    Unsere Projekte

    Best-Practice-Beispiele aus Thüringen
    • Kontaktdaten

      Stadtwerke Schmölln GmbH
      Sommeritzer Str. 74/1
      04626 Schmölln

      Website: https://www.stadtwerke-sln.de

      Was wurde gemacht?

      In Schmölln wurde 2025 erstmals in Deutschland ein kaltes Nahwärmenetz mit einer Länge von rund 3,2 Kilometern realisiert. Als Hauptenergiequelle dient die Wärme aus dem Abwasser der kommunalen Kläranlage, ergänzt durch bislang ungenutzte Abwärme der Firma Kunststoff Technik Schmölln (KTS). Über das Wärmenetz wird Umweltwärme mit Temperaturen zwischen etwa 10 und 20 Grad zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Dort erzeugen dezentrale Wärmepumpen die benötigte Heiz- und Warmwasserenergie. Die Investitionskosten von rund 3,5 Mio. Euro wurden zu etwa 90 Prozent durch Fördermittel des Thüringer Umweltministeriums finanziert.

      Was wurde erreicht?

      Mit dem Projekt „Klärwärme Schmölln“ konnte ein innovatives Versorgungskonzept erfolgreich im Gebäudebestand umgesetzt werden – erstmals auch in Wohnhäusern aus den 1960er- und 1970er-Jahren, ohne Austausch der Heizkörper. Die CO₂-Emissionen wurden um rund 84 Prozent bzw. 175 Tonnen pro Jahr gesenkt. Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass erneuerbare Wärmelösungen im Bestand technisch zuverlässig, wirtschaftlich tragfähig und sozialverträglich realisierbar sind. 

      Wer war dabei?

      Träger des Projekts sind die Stadtwerke Schmölln. Planung und Umsetzung erfolgten in enger Zusammenarbeit mit der Landesenergieagentur THEGA, regionalen Ingenieurbüros und Handwerksbetrieben. Finanziell unterstützt wurde das Vorhaben maßgeblich durch das Thüringer Umweltministerium.
       

    • Kontaktdaten

      Stadtwerke Mühlhausen
      Windeberger Landstraße 73
      99974 Mühlhausen

      Website: Zur Projekt-Seite der Stadtwerke Mühlhausen

      Was wurde gemacht?

      Dank einer Solarthermieanlage mit rund 6.500 m² Kollektorfläche und einem jährlichen Wärmeertrag von 3.400 MWh erfolgt die Wärmeversorgung seit 2021 klimafreundlich. 2,3 Mio. Euro der Investitionskosten in Höhe von 3,9 Mio. Euro wurden durch europäische EFRE-Mittel übernommen.

      2025 kam ein Biomasseheizwerk hinzu. Es erzeugt jährlich rund sechs bis sieben Gigawattstunden klimafreundliche Wärme. Als Brennstoff dienen ausschließlich naturbelassene Resthölzer aus dem Mühlhäuser Stadtwald sowie Material aus der regionalen Landschaftspflege. Das stärkt die regionale Wertschöpfung und verkürzt Transportwege. Auch dieses Projekt wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.

      Was wurde erreicht?

      In Mühlhausen wurden die größte Solarthermieanlage und eines der modernsten und größten Biomasseheizwerke in Thüringen errichtet und in Betrieb genommen. Der regenerative Anteil im Mühlhäuser Fernwärmenetz wurde so deutlich erhöht. Die CO2-Emissionen wurden um mehr 1.000 Tonnen pro Jahr gesenkt.

      Wer war dabei?

      Die beiden Projekte der Stadtwerke Mühlhausen wurden mit EFRE-Mitteln und Geldern der Kommune Mühlhausen finanziell unterstützt. Die ThEGA hat beide Projekte während des Antrags- und Bewilligungsprozesses geprüft und beratend begleitet. 
       

    • Kontaktdaten

      Stadtverwaltung Kaltennordheim
      Wilhelm-Külz-Platz 2
      36452 Kaltennordheim 

      E-Mail: info@kaltennordheim.de
      Website: https://kaltennordheim.de 

      Was wurde gemacht?

      In Kaltennordheim wurde ein kommunales Nahwärmenetz aufgebaut, um insbesondere die historische Innenstadt auf eine nachhaltige und regionale Wärmeversorgung umzustellen. Als zentrale Energiezentrale dient eine ehemalige Turnhalle am Sportplatz, die zu einem Heizhaus umgebaut wurde. Von dort aus versorgt ein knapp zwei Kilometer langes Leitungsnetz öffentliche Gebäude wie Kindergarten, Grund- und Regelschule, Schwimmbad und Rathaus sowie 55 private Wohnhäuser. Die Umsetzung des Projekts begann bereits 2020 und erfolgte in mehreren Bauabschnitten bis zur technischen Inbetriebnahme im Jahr 2023. Insgesamt beliefen sich die Investitionskosten auf rund vier Millionen Euro, wovon ein Teil über EFRE-Fördermittel finanziert wurden.

      Was wurde erreicht?

      Die Wärmeerzeugung erfolgt über zwei Holzhackschnitzelkessel mit jeweils 500 kW Leistung, ergänzt durch zwei Wärmespeicher mit einem Volumen von je 40 m³ zur Sicherstellung einer stabilen Versorgung. Pro Jahr werden so rund 2,3 Millionen Kilowattstunden erneuerbare Wärme bereitgestellt. Durch den Umstieg von fossilen Ölheizungen auf Biomasse können jährlich etwa 250.000 bis 300.000 Liter Heizöl eingespart werden. Die Hackschnitzel stammen aus der Region. Kurze Transportwege, die Nutzung eines regionalen Nebenprodukts sowie die Nachnutzung eines bestehenden Gebäudes erhöhen die ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Projekts erheblich.

      Wer war dabei?

      Träger des Projekts ist die Stadt Kaltennordheim, unterstützt durch die DSK Stadt- und Grundstücksentwicklungs GmbH als Projektsteuerer. Von Beginn an wurde das Vorhaben in enger Zusammenarbeit mit der Thüringer Landesenergieagentur ThEGA umgesetzt. Regionale Unternehmen übernahmen Planung, Bau und Brennstofflieferung. Die Bürgerinnen und Bürger wurden frühzeitig informiert und aktiv eingebunden – insbesondere die privaten Haushalte, die vorab über einen Anschluss an das Nahwärmenetz entscheiden konnten.
       

    • Kontaktdaten

      Stadtwerke Nordhausen – Holding für Versorgung und Verkehr GmbH
      Robert-Blum-Straße 1
      99734 Nordhausen

      E-Mail: F.Bernsdorf@stadtwerke-nordhausen-gmbh.de
      Website: https://www.stadtwerke-nordhausen.de 

      Was wurde gemacht?

      In Nordhausen wurde ein Biomasse-Heizwerk zur energetischen Nutzung von holzigem Grünschnitt errichtet und 2021 in Betrieb genommen. Damit wird eine bislang ungenutzte kommunale Ressource aus der Grünabfallsammlung erstmals systematisch für die Wärmeversorgung eingesetzt. Das Heizwerk befindet sich am Betriebshof der Stadtwerke Nordhausen und versorgt über ein rund 600 Meter langes Nahwärmenetz mehrere Abnehmer, darunter den Betriebshof selbst, weitere Betriebsgebäude sowie zwei Wohnblöcke mit insgesamt 56 Wohnungen. Die zuvor eingesetzten dezentralen fossilen Feuerungsanlagen konnten vollständig ersetzt werden. Planung und Bau erfolgten zwischen dem vierten Quartal 2019 und dem zweiten Quartal 2021.

      Was wurde erreicht?

      Die Wärmeerzeugung erfolgt über einen speziell für diesen Brennstoff ausgelegten Biomassekessel mit 500 kW Leistung – der erste Kessel dieser Art in Ostdeutschland. Pro Jahr werden rund 1,64 Millionen Kilowattstunden Wärme bereitgestellt. Dafür werden etwa 750 Tonnen aufbereiteter Grüngut-Brennstoff eingesetzt, der im Abfallwirtschaftszentrum Nentzelsrode aus regionalem Grünschnitt hergestellt wird. Durch den Ersatz fossiler Energieträger werden jährlich rund 230 Tonnen CO₂ eingespart. Das Projekt zeigt, wie ehemalige Abfallstoffe sinnvoll genutzt, regionale Stoffkreisläufe gestärkt und ein messbarer Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann.

      Wer war dabei?

      Betreiber des Biomasse-Heizwerks sind Stadtwerke Nordhausen. Die Anlage wurde mit Unterstützung von europäischen EFRE-Fördermitteln realisiert. Die Gesamtinvestition beträgt rund 2,4 Mio. Euro. 
       

    • Kontaktdaten

      Energiegenossenschaft Helmetal e. G.
      Hauptstraße 65
      99735 Werther OT Großwechsungen

      E-Mail: info@eg-helmetal.de
      Website: https://eg-helmetal.de/projekte/ 

      Was wurde gemacht?

      Im Neubaugebiet „Lehmkuhle“ in der Gemeinde Werther im Landkreis Nordhausen wurde 2021 das erste kalte Nahwärmenetz Thüringens realisiert. Das innovative Wärmenetz versorgt 33 Einfamilienhäuser mit klimafreundlicher Wärme und ermöglicht zusätzlich eine sommerliche Kühlung der Gebäude. Als zentrale Wärmequelle dient ein rund 8.000 m² großes geothermisches Erdkollektorfeld, das oberflächennahe Erdwärme in das Netz einspeist. Betreiber des Netzes ist die Bürgerenergiegenossenschaft Helmetal eG. Die Gesamtinvestition belief sich auf rund 330.000 Euro, wovon etwa 140.000 Euro über das Förderprogramm GreenInvest unterstützt wurden. 

      Was wurde erreicht?

      Das kalte Nahwärmenetz arbeitet mit niedrigen Temperaturen zwischen etwa 5 und 18 Grad und kommt damit ohne hohe Vorlauftemperaturen klassischer Wärmenetze aus. Ein Wasser-Glykol-Gemisch transportiert die Erdwärme zu den angeschlossenen Gebäuden, wo dezentrale Sole-Wasser-Wärmepumpen das Temperaturniveau für Heizung und Warmwasser anheben. Das System gilt als besonders effizient und energiesparend. Es spart jährlich rund 50 Tonnen CO₂ ein. Mit dem Projekt entsteht das erste Neubaugebiet in Thüringen, das vollständig über kalte Nahwärme versorgt wird – ein wichtiger Meilenstein für die klimafreundliche Wärmeversorgung im ländlichen Raum.

      Wer war dabei?

      Initiiert und betrieben wird das Projekt von der Energiegenossenschaft Helmetal eG, in der sich Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Wärmewende beteiligen. Unterstützt wurde das Vorhaben durch das Thüringer Umweltministerium sowie durch Fördermittel der Thüringer Aufbaubank. Die ThEGA begleitete das Projekt von Beginn an und trug maßgeblich zur erfolgreichen Umsetzung als Demonstrationsprojekt für innovative Wärmenetze bei.
       

    Häufig gestellte Fragen

    • Was ist ein Wärmenetz und wie funktioniert es?

      Ein Wärmenetz – auch Nah- oder Fernwärmenetz genannt – versorgt mehrere Gebäude zentral mit Wärme über ein gut gedämmtes Rohrleitungssystem. Die Wärme wird in einer Energiequelle erzeugt und meist in Form von heißem Wasser durch isolierte Leitungen zu den angeschlossenen Häusern transportiert. Dort übernimmt eine Übergabestation die Einspeisung in das jeweilige Heizsystem.

      Das abgekühlte Wasser fließt anschließend zurück ins Heizwerk, wird erneut erwärmt und wieder in den Kreislauf eingespeist. So entsteht ein effizienter, geschlossener Kreislauf, der eine zuverlässige und konstante Wärmeversorgung ermöglicht.

    • Welche Arten von Wärmenetzen gibt es?

      Wärmenetze lassen sich unterscheiden nach ihrer Größe, Temperatur, Energiequelle und dem eingesetzten Energieträger.

      Nach der Größe spricht man bei der Versorgung einzelner Quartiere oder Gemeinden meist von Nahwärme. Wenn es sich um größere Netze in Städten handelt, ist meist von Fernwärme die Rede. 

      Technisch gibt es Hochtemperatur- und zunehmend Niedertemperaturnetze, die besonders effizient arbeiten und erneuerbare Energien besser einbinden können.

      Je nach Energiequelle werden Wärmenetze beispielsweise mit Biomasse, Geothermie, Solarthermie, Abwärme aus Industrie und Gewerbe, Großwärmepumpen oder Kraft-Wärme-Kopplung betrieben. Moderne Netze setzen verstärkt auf erneuerbare und klimafreundliche Wärmequellen.

      Heißwassernetze sind heute am weitesten verbreitet. Sie transportieren Wärme in Form von erhitztem Wasser durch das Leitungsnetz. Das Wasser zirkuliert in einem geschlossenen Kreislauf zwischen Heizwerk und angeschlossenen Gebäuden. Dampfnetze arbeiten hingegen mit Wasserdampf als Wärmeträger.

    • Wann lohnt sich ein Wärmenetz für eine Kommune?

      Wichtige Faktoren für das Beantworten dieser Frage sind die Wärmebedarfsdichte und die Gebäudestruktur: In dicht bebauten Gebieten mit hohem Wärmebedarf ist ein Wärmenetz oft sinnvoll. Zusätzlich spielen vorhandene oder nutzbare Wärmequellen wie Abwärme, Umweltwärme oder erneuerbare Energien eine wichtige Rolle. 

    • Welche Wärmequellen sind für Kommunen sinnvoll?

      Abwärme aus Industrie, Abwasser oder Rechenzentren entsteht ohnehin und lässt sich gut einspeisen. Großwärmepumpen nutzen Umweltwärme, Abwasser oder Luft und arbeiten besonders effizient mit erneuerbarem Strom. Weitere Wärmequellen sind: Solarthermie, Blockheizkraftwerke oder Biomasse.

    • Wie wird die Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes bewertet?

      Die Wirtschaftlichkeit eines Wärmenetzes wird anhand der Investitions- und Betriebskosten, der zu erwartenden Wärmeabnahme, der Erlöse aus Anschlussgebühren und Wärmeverkäufen sowie möglicher Fördermittel bewertet. Ebenfalls berücksichtigt werden technische Faktoren wie Wärmeverluste, Netzdichte, Anschlussdichte und die Verfügbarkeit von Wärmequellen. Ein Netz gilt als wirtschaftlich sinnvoll, wenn die langfristigen Einnahmen die Kosten decken und eine angemessene Rendite erzielt wird.

    • Wie kann der Ausbau eines kommunalen Wärmenetzes finanziert werden?

      Der Ausbau eines Wärmenetzes kann über öffentliche Fördermittel (z. B. Bundesförderung für effiziente Wärmenetze, KfW-Kredite, Landesförderungen), private Investoren oder Public-Private-Partnerships (PPP) erfolgen. Eine Eigenfinanzierung durch die Kommune ist ebenso möglich wie eine Kostenbeteiligung der Anschlussnehmer (Anschlussgebühren, Wärmeabnahmeverträge). 

      Mögliche Betreibermodelle sind: kommunaler Betrieb (Kommune plant, baut und betreibt), Privatbetrieb (Unternehmen betreibt Netz), PPP (gemeinsamer Betrieb von Kommune und privatem Partner) oder Contracting (Dritter betreibt das Netz, Kommune oder Nutzer zahlen Wärmevertrag). 

    Ihre Ansprechpersonen

    Sie haben Fragen? Wir unterstützen gern.

    Thomas Wahlbuhl Bereichsleiter

    Schwerpunkte

    Anton Wetzel Projektleiter

    Schwerpunkte

    Zenab Shabana Junior-Projektleiterin

    Schwerpunkte