Energieeffiziente Landes- und Bundesgebäude in Thüringen

Analyse des Gebäudebestandes und Empfehlung von Sanierungsmaßnahmen

Das Land Thüringen und der Bund besitzen und nutzen zahlreiche Gebäude im Freistaat – vom Ministerium über das Gerichtsgebäude bis zur Polizeiinspektion. Viele dieser Liegenschaften sind energetisch sanierungsbedürftig.

Die Thüringer Landesenergieagentur (ThEGA) unterstützt das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) und das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV) dabei, diese Gebäude systematisch fit für die Zukunft zu machen. Grundlage ist eine landesweite Portfolioanalyse aus dem Jahr 2019. Sie zeigt, wo der energetische Handlungsbedarf am größten ist.

Auf dieser Basis erstellt die ThEGA vertiefende Analysen für ausgewählte Gebäude. Sie untersucht Gebäudehülle, Anlagentechnik und Energieverbrauch – und entwickelt konkrete, wirtschaftlich sinnvolle Sanierungsvorschläge. Gemeinsam mit TMDI und TLBV werden daraus klare Prioritäten und nächste Schritte abgeleitet.

So entsteht ein strukturierter Fahrplan für mehr Energieeffizienz, weniger Treibhausgase und dauerhaft niedrigere Betriebskosten in den Thüringer Bundes- und Landesgebäuden.

Wie wir die landeseigene Bauverwaltung unterstützen

  • Energetische Analyse von Bestandsgebäuden
  • Entwicklung effizienter Sanierungsstrategien
  • Aufbau und Erneuerung von Nahwärmelösungen in den Liegeschaften
  • Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien
  • Umsetzung von Sanierungen mit Energieeinspar-Contracting

Wussten Sie schon?

1300

Gebäude werden durch das Land Thüringen betrieben und verwaltet.

2100

Tonnen CO2-Emissionen können – gemessen auf die Lebensdauer der Maßnahme – pro Liegenschaft  im Durchschnitt eingespart werden.

40 Prozent

Primärenergie können beim Umsetzen der vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen im Durchschnitt gespart werden.

Quellenangabe: Landesenergieagentur ThEGA (Stand: 2026)

Nachhaltig bauen mit dem Thüringer Bauwegweiser

Gebäude verursachen beim Bauen und im Betrieb rund 40 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen – hier liegt enormes Potenzial. 

Der Thüringer Bauwegweiser zeigt, wie ökologisches Bauen, Sanieren und Umbauen gelingt: mit Baustoffkatalog, Praxibeispielen und passenden Akteuren in Thüringen. Jetzt informieren und Ihr Bauprojekt zukunftsfähig planen!

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Unsere Projekte

Best-Practice-Beispiele aus Thüringen
  • Kontaktdaten

    Bildungszentrum der Thüringer Landesverwaltung Gotha
    Bahnhofstraße 12
    99867 Gotha

    Website: https://bildungszentrum.thueringen.de/  
     

    Was wurde gemacht?

    Das Gebäude des Bildungszentrums aus den 1950er Jahren war energetisch nur gering modernisiert und wies bauliche Mängel an Dach und Fassade sowie eine veraltete Haustechnik auf.

    Im ersten Schritt wurde die gesamte Liegenschaft umfassend analysiert und der bauliche Zustand dokumentiert. Darauf aufbauend entstand ein Sanierungskonzept mit Fokus auf Energieeffizienz und Zukunftsfähigkeit. Geplant sind insbesondere:

    • die energetische Sanierung der Gebäudehülle,
    • die Umstellung der bislang fossilen Gasheizung auf Fernwärme der Stadt Gotha,
    • und die Modernisierung ausgewählter technischer Anlagen.


    Was wurde erreicht?

    • Vorbereitung des künftigen Fernwärmeanschlusses für Heizung und Warmwasser
    • Mit der Denkmalbehörde abgestimmtes Fassadensanierungskonzept
    • Optimierung einzelner gebäudetechnischer Anlagen (z. B. Küchenlüftung)
    • Umrüstung der Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik
    • Prüfung von Photovoltaik-Anlagen auf den Dachflächen

    Mit diesen Maßnahmen wurden die Grundlagen für eine nachhaltige und schrittweise energetische Modernisierung des Bildungszentrums geschaffen.


    Wer war dabei?

    Bildungszentrum der Thüringer Landesverwaltung Gotha, Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV), Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) und die Landesenergieagentur ThEGA.
     

  • Kontaktdaten

    Amtsgericht Sonneberg
    Untere Marktstraße 2
    96515 Sonneberg

     

    Was wurde gemacht?

    Das Gebäudeensemble umfasst das denkmalgeschützte Gerichtsgebäude sowie einen modernen Anbau aus dem Jahr 2002, der über ein Atrium angebunden ist. Die Wärmeversorgung erfolgt bislang über eine veraltete Gasheizung. Da der Denkmalschutz die Möglichkeiten am Altbau begrenzt, konzentriert sich das Energiekonzept auf diese praktikablen Maßnahmen:

    • Umstellung der Wärmeversorgung auf eine Luft-Wasser-Wärmepumpe
    • Wärmedämmputz an der rückwärtigen Fassade des Altbaus
    • Photovoltaikanlage auf dem Dach des Anbaus
    • Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technik


    Was wurde erreicht?

    Das Projekt wird derzeit umgesetzt. Das Konzept zeigt, dass sich die Energieeffizienz des Gebäudeensembles mit überschaubarem Aufwand deutlich verbessern lässt. Wichtige Effizienzmaßnahmen können umgesetzt werden. In Abstimmung mit der Denkmalpflege sind Wärmedämmputz, Wärmepumpe und Photovoltaikanlage genehmigungsfähig. Ein Anschluss an ein Fernwärmenetz wurde geprüft. Die kommunale Wärmeplanung sieht für diesen Bereich jedoch aktuell keine entsprechende Erschließung vor.

    Wer war dabei?

    Amtsgericht Sonneberg, Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Sonneberg, Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) und die Landesenergieagentur ThEGA.
     

  • Kontaktdaten

    Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF)
    Beethovenstraße 3
    99096 Erfurt

    Website: https://umwelt.thueringen.de/ 
     

    Was wurde gemacht?

    Das Gebäude des TMUENF ist ein Einzeldenkmal – energetische Verbesserungen müssen daher besonders sensibel geplant werden. Fassade und äußeres Erscheinungsbild dürfen weitgehend nicht verändert werden. Zudem ist das Gebäude bereits an die Fernwärme angeschlossen.

    Vor diesem Hintergrund wurden gezielte, denkmalverträgliche Maßnahmen entwickelt. Dazu zählen punktuelle Innendämmungen an energetisch kritischen Stellen, die Optimierung der Haustechnik sowie die Modernisierung der Beleuchtung. Darüber hinaus wurde die Installation einer Photovoltaikanlage vorbereitet. Umfangreichere Eingriffe wie eine flächige Innendämmung sind im Rahmen einer späteren Gesamtsanierung vorgesehen.


    Was wurde erreicht?

    Kurzfristige Effizienzmaßnahmen an Haustechnik und Beleuchtung wurden umgesetzt. Eine Photovoltaikanlage mit 98 kWp Leistung wurde installiert.

    Klärung verbindlicher Vollzugshinweise zum Umgang mit Photovoltaik- und Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden in Abstimmung mit der Staatskanzlei

    Damit setzt das Ministerium ein deutliches Signal: Auch bei denkmalgeschützten Gebäuden lassen sich erneuerbare Energien erfolgreich integrieren.


    Wer war dabei?

    Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten (TMUENF), Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV), Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) und die Landesenergieagentur ThEGA.
     

Häufig gestellte Fragen

  • Können sich Nutzer einer Landesliegenschaft direkt an die ThEGA wenden?

    Nein. Erste Ansprechpartner für Betrieb, Sanierung und Entwicklung von Landesgebäuden ist das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV) beziehungsweise die zuständige Stelle im jeweiligen Ressort.

    Die Thüringer Landesenergieagentur (ThEGA) wird gezielt für Gebäude tätig, die in der landesweiten Portfolioanalyse als energetisch besonders sanierungsbedürftig identifiziert wurden.

  • Wie untersucht die ThEGA sanierungsbedürftige Gebäude?

    Zunächst verschafft sich die ThEGA vor Ort ein genaues Bild. Sie prüft Unterlagen, Pläne und Verbrauchsdaten. Auf dieser Grundlage entwickelt die Experten der Landesenergieagentur konkrete Maßnahmenvorschläge und stimmt diese mit dem TLBV ab. Die Vorschläge werden durch Energieeinsparberechnungen, Variantenvergleiche und Wirtschaftlichkeitsanalysen untermauert.

    Alle Ergebnisse fasst die ThEGA in einer energetischen Feinanalyse zusammen. Dieser Bericht bildet die Grundlage für die weitere Planung und Umsetzung der Sanierung.

  • Welche energetischen Aspekte werden untersucht?

    Die ThEGA betrachtet das Gebäude ganzheitlich. Dazu gehören:

    • die thermische Gebäudehülle (z. B. zur Senkung von Wärmeverlusten),
    • die technische Gebäudeausrüstung,
    • konkrete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung,
    • die Umstellung auf erneuerbare Energien für Wärme, Strom, Kälte und Warmwasser,
    • energieeffiziente Beleuchtung
    • und in geeigneten Fällen auch Lösungen für Elektromobilität.

    Ziel ist ein schlüssiges Gesamtkonzept für mehr Energieeffizienz und weniger Treibhausgasemissionen.

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Oliver Wisk Projektleiter

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