Nachhaltige Stadtentwicklung und energetische Stadtsanierung 

mit dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Energetische Stadtsanierung heißt: Durch nachhaltiges Sanieren Energieverbräuche und CO2-Emissionen in Kommunen senken. Das wird beispielsweise erreicht durch mehr Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden, den Neu- und Ausbau von Wärmenetzen oder durch Projekte der nachhaltigen Stadtentwicklung. 

In der Förderperiode 2021 bis 2027 stehen dafür in Thüringen rund 184 Millionen Euro EFRE-Fördermittel bereit. 48 Thüringer Kommunen haben sich mit mehr als 150 Projektanträgen am EFRE-Wettbewerb beteiligt. Daraus wurden 61 förderwürdige Vorhaben aus 32 Kommunen ausgewählt. Der Wettbewerb ist abgeschlossen und die Vorhaben werden nun umgesetzt. 

Die ThEGA berät und prüft im Auftrag des Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) bei technischen Fragen und Themen in den Programmteilen „Energieeffizienzsteigerung in öffentlichen Gebäuden und Infrastrukturen“ (EGI) sowie "Neu- und Ausbau von Fernwärmenetzen in zentralen Orten" (NAF).

Wie wir Sie unterstützen

  • Verfeinerung von kommunalen Plänen für EFRE-Vorhaben
  • Prüfen der energetischen Ziele von EFRE-Vorhaben
  • Beratung im Antragsprozess zu technischen Fragen, Unterlagen und Details
  • Prüfung und Beratung zum Antrag zur Klimaverträglichkeitsprüfung
  • Während der Umsetzung der Vorhaben stehen wir beratend zur Seite

Wussten Sie schon?

61

Projekte aus 32 Thüringer Kommunen werden in der aktuellen Förderperiode umgesetzt.

320

Millionen Euro werden im Zeitraum 2021 bis 2027 durch Förderung und Eigenanteil in Stadtentwicklung und Stadtsanierung in Thüringen investiert.

15000

Tonnen CO2-Emissionen werden  jedes Jahr nach Umsetzung aller 61 thüringenweiten Projekte vermieden.

Quellenangabe: Landesenergieagentur ThEGA (Stand: 2026)

Stimmen zu unserer Beratung

Das sagen unsere Kunden und Partner

Der Einsatz der europäischen Mittel für die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude wurde vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit der ThEGA zum Erfolg. Das Team war jederzeit ein verlässlicher Partner – bei Fragen, bei der Entwicklung passender Lösungen und bei der konkreten Umsetzung der Projekte. Gemeinsame Veranstaltungen sorgten zusätzlich für einen lebendigen und praxisnahen Erfahrungsaustausch.

Gitta Steinke, Seniorprojektleiterin bei der DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft

Mit Unterstützung der ThEGA ist es uns gelungen, mehrere Vorhaben zur Dekarbonisierung unserer Fernwärme zu finanzieren und umzusetzen - etwa die größte Solarthermieanlage Thüringens und unsere neue Bioheizzentrale mit lokalem Restholz. Bei der Prüfung und Beratung der EFRE-Fördermittel hat die ThEGA uns während des Antrags- und Bewilligungsprozesses sehr kompetent und engagiert begleitet. Dafür sind wir sehr dankbar. 

Henning Weiß und Regina Gierse, Geschäftsführer der Stadtwerke Mühlhausen

    Mit EFRE die Wärmezukunft Thüringens gestalten

    Erfahren Sie, wie mit EFRE-Fördermitteln zukunftsfähige Wärmenetze in Thüringen geplant, finanziert und erfolgreich umgesetzt wurden. 

    Unsere Übersicht zeigt konkrete Best-Practice-Beispiele, stellt engagierte Kommunen und Projektpartner vor und macht sichtbar, wie europäische Förderung die Wärmewende vor Ort voranbringt.

    Förderschwerpunkte

    Neu- und Ausbau von Fernwärmenetzen in zentralen Orten (NAF)

    Für diesen Bereich stehen in der aktuellen Förderperiode 65 Millionen Euro zur Verfügung. Hierfür wurden 21 Projekte ausgewählt. Dazu zählen u.a. der Ausbau der Fernwärme, das Errichten neuer Wärmenetze auf Basis von Biomasse, die Installation intelligenter Hausanschlussstationen und das Nutzen von Gewässerwärme.

    Energieeffizienzsteigerung in öffentlichen Gebäuden und Infrastrukturen (EGI)

    Für diesen Bereich  haben sich 15 Projekte qualifiziert. Für die energetische Sanierung und Modernisierung von Sportstätten, Kindergärten und anderen kommunalen Gebäuden stehen für die Förderperiode insgesamt rund 35 Millionen Euro zur Verfügung.

    Aufwertung von Stadtquartieren und Gemeinden durch integrierte Stadtentwicklungskonzepte(SBZ)

    Hierfür stehen 84 Millionen Euro bereit. Für die Antragsphase haben sich 25 Projekte qualifiziert, etwa für das Revitalisieren von Industriebrachflächen oder den klimaresilienten Umbau von öffentlichen Plätzen. Ansprechpartner ist das Landesverwaltungsamt Thüringen.

    Was wird innerhalb des EFRE-Programms genau gefördert?

    Neu- und Ausbau von Fernwärmenetzen in zentralen Orten (NAF) 

    • Neubau und Optimierung bestehender Wärmenetze
    • Bau von erneuerbaren Erzeugungsanlagen für Wärmenetze als Teil einer Gesamtstrategie, um fossile Brennstoffe teilweise oder vollständig zu ersetzen
    • Auskopplung von Abwärme für die Nutzung in Wärmenetzen
    • Anlagen zur optimierten Wärmenutzung aus Wärmenetzen
    • Digitalisierung des Erzeugungs- und Verbrauchsmanagements

    Energieeffizienzsteigerung in öffentlichen Gebäuden und Infrastrukturen (EGI)

    • Energetische Optimierung der Gebäudehülle
    • Erneuerung und Optimierung der Beheizung, Kühlung, Lüftung oder der Beleuchtungstechnik als Bestandteil von Effizienzmaßnahmen
    • Einbau intelligenter Gebäude- und Regelungstechnik
    • Integration energieeffizienter Technologien und erneuerbarer Energien, z. B. Stromerzeugung aus Photovoltaik und über Wärmepumpen aus der Umgebungsluft oder über Erdwärmesonden

    Unsere Projekte

    Best-Practice-Beispiele aus Thüringen
    • Kontaktdaten

      Stadtverwaltung Gera
      Amt für Hochbau und Liegenschaften
      Ernst-Toller-Straße 15
      07545 Gera

      Website: https://www.gera.de/bauen-stadtentwicklung/projekte/bildungscampus-lusan 
       

      Was wurde gemacht?

      Mit dem Bildungscampus Lusan verfolgt die Stadt Gera das Ziel, das „Herz von Lusan“ als neues Zentrum des Stadtteils zu entwickeln. Dazu wurden bestehende, stadtbildprägende Gebäude erhalten und gezielt aufgewertet. Auch der umliegende Grünraum wurde in das Gesamtkonzept einbezogen.

      Kernmaßnahme war die umfassende energetische Sanierung der Regelschule „Die Vierte“. Das Bestandsgebäude wurde modernisiert und technisch auf einen zukunftsfähigen Stand gebracht.

      Die Förderung erfolgte über EFRE-EGI sowie weitere städtebauliche Programme (EFRE-SBZ). 2,4 Millionen Euro der Investitionskosten in Höhe von 10,45 Millionen Euro wurden durch europäische EFRE-Mittel übernommen.

      Was wurde erreicht?

      Schaffung einer modernen, attraktiven Schule im Bestandsgebäude. Umstellung auf eine nachhaltige Wärmeversorgung über Fernwärme und deutliche Reduzierung von Energiebedarf und Treibhausgasemissionen.

      Das Projekt verbindet energetische Sanierung, Städtebau und Bildungsentwicklung auf überzeugende Weise.
       
      Wer war dabei?

      Projektträger ist die Stadt Gera. Die Umsetzung erfolgte in enger Zusammenarbeit der beteiligten Fachämter und der Landesenergieagentur ThEGA im Rahmen der EFRE-Förderung.
       

    • Kontaktdaten

      Congress-Centrum Weimarhalle 
      Unesco-Platz 1
      99423 Weimar

      Website: www.weimarhalle.de
       

      Was wurde gemacht?

      Im Zuge der Modernisierung der technischen Anlagen wurde die Energieversorgung der Weimarhalle grundlegend erneuert. Die zuvor rein fossile Wärmeerzeugung wurde weitgehend auf erneuerbare Energien umgestellt.

      Heute erfolgt die Wärmeversorgung über eine Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpen und Gas-Brennwertkesseln, die ausschließlich zur Abdeckung von Spitzenlasten an sehr kalten Wintertagen eingesetzt werden. Eine Photovoltaikanlage mit 40 kWp versorgt sowohl die Wärmepumpen als auch Teile des Strombedarfs der Halle.

      Ein zentrales Element des neuen Energiekonzepts ist ein Eisspeicher: Überschüssiger Solarstrom aus den Sommermonaten wird energetisch gespeichert und in Verbindung mit den modernisierten Kälteanlagen effizient für Kühl- und Heizprozesse genutzt. So entsteht ein integriertes System für Heizung, Kühlung und Stromversorgung auf Basis erneuerbarer Umweltenergien.

      Die Gesamtinvestition belief sich auf 2,1 Millionen Euro. Davon wurden 1,9 Millionen Euro über europäische EFRE-Fördermittel finanziert.

      Was wurde erreicht?

      Durch die Umstellung auf erneuerbare Energien konnten deutliche Einsparungen erzielt werden:

      • Reduzierung des jährlichen fossilen Primärenergieverbrauchs um 287 MWh
      • Minderung der Treibhausgasemissionen um rund 70 Tonnen pro Jahr
      • Weitgehende Deckung von Heizung, Kühlung und Bedarfsstrom durch Solarenergie und Umweltwärme aus der Luft

      Das Projekt zeigt, wie auch komplexe Veranstaltungsgebäude energetisch zukunftsfähig und klimafreundlich aufgestellt werden können.

      Wer war dabei?

      Projektträger ist die Stadt Weimar. Beteiligt waren: Thüringer Landesenergieagentur (ThEGA), Thüringer Landesverwaltungsamt (TLVwA) und das Ingenieurbüro Hirsch GmbH (Erfurt).

      Durch die enge Zusammenarbeit aller Partner konnte das Projekt technisch und wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt werden.
       

    • Kontaktdaten

      Kulturhaus Kaltensundheim
      Mittelsdorfer Str. 22
      36452 Kaltennordheim/OT Kaltensundheim

      Was wurde gemacht?

      Das Gebäude wird umfassend saniert und energetisch modernisiert. Die bestehende Nahwärmeversorgung der benachbarten Agrarhöfe Kaltensundheim, die Biomasse als Energieträger nutzt, bleibt erhalten. Im Mittelpunkt der Sanierung steht daher, den Energieverbrauch des Hauses zu senken.

      Dazu werden die Außenwände gedämmt, das Dach energetisch ertüchtigt und für die Installation einer Photovoltaikanlage vorbereitet. Zudem kommt moderne, effiziente Heiztechnik zum Einsatz. Eine Photovoltaikanlage mit 17 kWp Leistung erzeugt künftig einen Teil des benötigten Stroms. Neue LED-Beleuchtung senkt den Stromverbrauch zusätzlich.

      Was wurde erreicht?

      Das Projekt wird derzeit umgesetzt. Die geplanten Maßnahmen verbinden Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz. Erhaltenswerte Bauteile, darunter die vorhandenen Fenster, bleiben erhalten und werden weiter genutzt. Die nachhaltige Nahwärmeversorgung wird durch eine Photovoltaikanlage sinnvoll ergänzt. Der Anteil erneuerbarer Energien steigt, zugleich sinkt der Energieverbrauch des Gebäudes.

      Wer war dabei?

      Thüringer Aufbaubank (TAB), Thüringer Landesverwaltungsamt (TLVwA), ABML Architekten GmbH aus Bad Berka und die Landesenergieagentur ThEGA.

    • Kontaktdaten

      Stadtwerke Mühlhausen
      Windeberger Landstraße 73
      99974 Mühlhausen

      Website: Zur Projekt-Seite der Stadtwerke Mühlhausen

      Was wurde gemacht?

      Dank einer Solarthermieanlage mit rund 6.500 m² Kollektorfläche und einem jährlichen Wärmeertrag von 3.400 MWh erfolgt die Wärmeversorgung seit 2021 klimafreundlich. 2,3 Mio. Euro der Investitionskosten in Höhe von 3,9 Mio. Euro wurden durch europäische EFRE-Mittel übernommen.

      2025 kam ein Biomasseheizwerk hinzu. Es erzeugt jährlich rund sechs bis sieben Gigawattstunden klimafreundliche Wärme. Als Brennstoff dienen ausschließlich naturbelassene Resthölzer aus dem Mühlhäuser Stadtwald sowie Material aus der regionalen Landschaftspflege. Das stärkt die regionale Wertschöpfung und verkürzt Transportwege. Auch dieses Projekt wurde mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.

      Was wurde erreicht?

      In Mühlhausen wurden die größte Solarthermieanlage und eines der modernsten und größten Biomasseheizwerke in Thüringen errichtet und in Betrieb genommen. Der regenerative Anteil im Mühlhäuser Fernwärmenetz wurde so deutlich erhöht. Die CO2-Emissionen wurden um mehr 1.000 Tonnen pro Jahr gesenkt.

      Wer war dabei?

      Die beiden Projekte der Stadtwerke Mühlhausen wurden mit EFRE-Mitteln und Geldern der Kommune Mühlhausen finanziell unterstützt. Die ThEGA hat beide Projekte während des Antrags- und Bewilligungsprozesses geprüft und beratend begleitet. 
       

    • Kontaktdaten

      Zoopark Erfurt
      Am Zoopark 1 
      99087 Erfurt

      Website: www.zoopark-erfurt.de
       

      Was wurde gemacht?

      Der Zoo Erfurt errichtete für seine Mitarbeitenden ein neues Sozialgebäude mit klarer Zielsetzung: kein Einsatz fossiler Brennstoffe und ein möglichst autarker Betrieb.

      In der EFRE-Förderperiode 2014–2020 entstand ein Plusenergiegebäude, das bilanziell mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Grundlage ist die Kombination aus Luft-Wasser-Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. Eine Solarfassade unterstützt zusätzlich die Vorerwärmung der Frischluft. Der erzeugte Stromüberschuss wird anderen Einrichtungen des Zoos zur Verfügung gestellt. 

      530.000 Euro der Investitionskosten in Höhe von 820.000 Euro wurden durch europäische EFRE-Mittel übernommen.

      Was wurde erreicht?

      Entstanden ist ein modernes, nachhaltiges Sozialgebäude mit zukunftsweisendem Energiekonzept und positiver Energiebilanz. Heizung und Warmwasser werden vollständig über Solarenergie und Umweltwärme aus der Luft bereitgestellt. Zusätzlich versorgt das Gebäude über drei Ladesäulen die E-Bikes des Zoos mit selbst erzeugtem Strom.

      Wer war dabei?

      Projektträger ist die Stadt Erfurt. Beteiligt waren die ThEGA, die Thüringer Aufbaubank (TAB) sowie das Thüringer Landesverwaltungsamt (TLVwA). Die Planung der technischen Gebäudeausrüstung erfolgte durch cKoncept, Planungsbüro für Haustechnik in Erfurt.
       

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    Häufig gestellte Fragen

    • Können Kommunen noch Anträge mit neuen Vorhaben für eine EFRE-Förderung stellen?

      Nein, derzeit ist das nicht möglich. Der Wettbewerb für die Förderperiode 2021 bis 2027 ist abgeschlossen. Aus den eingereichten Vorhaben wurden die besten Projekte ausgewählt und gehen in die Umsetzung bzw. werden aktuell bereits umgesetzt. Für zurückgezogene Vorhaben wurden bereits Nachrücker gemäß den Ergebnissen des Wettbewerbs benannt.

    • Wird es nach 2027 eine neue EFRE-Förderung im Bereich Gebäudesanierung und Wärmenetze geben?

      Für eine neue EFRE-Förderperiode ab 2028 liegen uns aktuell noch keine Informationen vor. Bei der Planung und Entwicklung von ambitionierten Sanierungs- und Neubauvorhaben in Ihrer Kommune beraten wir Sie als Landesenergieagentur unabhängig der EFRE-Fördermittel vorwettbewerblich und kostenfrei. Kontaktieren Sie uns gern.

    • Was passiert, wenn Änderungen in einem bereits bewilligten EFRE-Projekt auftauchen?

      Bei der Umsetzung einer ambitionierten energetischen Sanierung treten immer wieder Überraschungen auf, die entscheidende Planänderungen nach sich ziehen. Treten Sie zeitnah an uns heran, wir beraten Sie zur Umsetzung und vor allem zur Sicherstellung der Projektindikatoren gemäß des ursprünglichen Antrags. Für wesentliche Änderungen bei Kosten, bei der technischen Ausführung und den daraus resultierenden energetischen Kennwerten müssen die Landesenergieagentur ThEGA und das Thüringer Landesverwaltungsamt (TLVwA) vor der Umsetzung beteiligt werden, um die Förderungsfähigkeit nicht zu gefährden.

    Ihre Ansprechpersonen

    Sie haben Fragen? Wir unterstützen gern.

    Thomas Wahlbuhl Bereichsleiter

    Schwerpunkte

    Oliver Wisk Projektleiter

    Schwerpunkte