Klimaschutzmanager
Aufgaben, Ausbildung, Förderung & Co.Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Klimaschutz. Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager entwickeln Maßnahmen, erschließen Fördermittel und bringen Politik, Verwaltung, Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürger zusammen. So können Kommunen Energie sparen, den Ausbau erneuerbarer Energien voranbringen und ihre Klimaziele systematisch umsetzen.
Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Aufgaben ein Klimaschutzmanagement übernimmt, welche Fördermöglichkeiten für die Stelle zur Verfügung stehen und welchen Mehrwert sie für Ihre Kommune bietet.
Übrigens: Mit dem Netzwerk kommunaler Klimaschutz Thüringen unterstützt die ThEGA Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager aus Thüringen. Zusätzlich können Thüringer Kommunen die kostenfreie Klimaschutzberatung der ThEGA nutzen.
Das bringt ein Klimaschutzmanagement
Förderung für Klimaschutzmanagement nutzen
Dank bundesweiter und landesweiter Förderungen können sich Kommunen die Stelle eines Klimaschutzmanagers mit bis zu 90 Prozent der Personalkosten fördern lassen. Für finanzschwache Kommunen und Antragsteller aus Braunkohlegebieten gelten erhöhte Förderquoten. Als finanzschwach gelten Kommunen, die an einem Hilfs- oder Haushaltssicherungsprogramm des Landes teilnehmen oder deren Finanzschwäche durch die Kommunalaufsicht bestätigt wurde. In Thüringen können Kommunen zudem Mittel aus dem Thüringer Klimapakt als Eigenanteil für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen einsetzen.
Bundesförderung über die Kommunalrichtlinie nutzen
Über die Kommunalrichtlinie des Bundes können sich Kommunen die Stelle eines Klimaschutzmanagers fördern lassen. Für neu geschaffene Stellen übernimmt der Bund 70 Prozent der Personalkosten für 24 Monate. Für finanzschwache Kommunen sowie Antragsteller aus Braunkohlegebieten beträgt die Förderquote bis zu 90 Prozent. In Thüringen zählt das Altenburger Land zu diesen Gebieten.
Auch für bestehende Stellen stehen Fördermittel zur Verfügung. Über den Förderschwerpunkt „Anschlussvorhaben Klimaschutzmanagement“ werden 40 Prozent der Personalkosten für weitere 36 Monate übernommen. Für finanzschwache Kommunen sind es 60 Prozent.
Thüringer Klimapakt als Ergänzung einsetzen
Kommunen und Landkreise in Thüringen erhalten über den Thüringer Klimapakt jährlich Schlüsselzuweisungen für Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung. Die Höhe der Mittel richtet sich nach der jeweiligen Einwohnerzahl.
Die bereitgestellten Gelder können als kommunaler Eigenanteil für Förderprojekte eingesetzt werden und erleichtern so die Inanspruchnahme weiterer Bundes- und Landesförderungen. Damit bietet der Thüringer Klimapakt eine wichtige finanzielle Grundlage, um Klimaschutzmaßnahmen vor Ort umzusetzen und zusätzliche Fördermittel zu erschließen.
Aufgaben und Ausbildung eines Klimaschutzmanagers
Welche Aufgaben hat ein Klimaschutzmanager?
KlimaschutzmanagerInnen sorgen dafür, dass die Klimaschutzziele der Kommune umgesetzt werden. Sie koordinieren zwischen Politik, Unternehmen und Bürgern und initiieren Klimaschutzmaßnahmen innerhalb der kommunalen Verwaltung und in der Kommune.
Dabei geht es vor allem darum, Energie einzusparen und gleichzeitig die erneuerbaren Energien ausbauen, um die Kommune in Richtung Klimaneutralität zu bringen. Durch Veranstaltungen und Informationsmaterialien erhöhen Klimaschutzmanagerinnen und -manager die Akzeptanz für ihre Maßnahmen.
Sie wollen es genauer wissen? In diesem Video spricht der Klimaschutzmanager aus dem Thüringer Ilm-Kreis über seine Aufgaben und seinen Arbeitsalltag.
Welche Ausbildung braucht ein Klimaschutzmanager?
Für die vielfältigen Aufgaben eines Klimaschutzmanagers gibt es nicht den einen Abschluss oder eine bestimmte Ausbildung. Eine gute Voraussetzung für den Job sind Abschlüsse in Stadtplanung, Umweltwissenschaften, Ingenieurwissenschaften oder Nachhaltigkeitsmanagement.
Zudem sind Kenntnisse der Öffentlichkeitsarbeit von Vorteil, jedoch keine Bedingung für einen Einstieg in den Beruf.
Beispiel Nordhausen - Das macht ein Klimaschutzmanager
Nordhausen will klimaneutral werden. Seit 2016 koordiniert Klimaschutzmanager Johannes Götting dafür zahlreiche Projekte und Maßnahmen. Im Video berichtet er aus seinem Arbeitsalltag. Der Oberbürgermeister erläutert, welchen Nutzen das kommunale Klimaschutzmanagement für die Stadt hat und wie die Stelle finanziert wird.
Wirkung und Nutzen von Klimaschutzmanagement
Was Klimaschutzmanagement einer Kommune bringt
Ein kommunales Klimaschutzmanagement hilft dabei, Energie zu sparen, erneuerbare Energien auszubauen und so die kommunalen Ausgaben langfristig zu senken. Gleichzeitig erschließen Klimaschutzmanagerinnen und Klimaschutzmanager Fördermittel, die häufig deutlich über den Personalkosten der Stelle liegen.
Durch den Austausch mit anderen Kommunen, beispielsweise im Netzwerk kommunaler Klimaschutz Thüringen, bleiben aktuelle Entwicklungen, Fördermöglichkeiten und erfolgreiche Praxisbeispiele im Blick. Zudem bündelt ein Klimaschutzmanagement Fachwissen in der Verwaltung, entlastet andere Ämter und stärkt die Akzeptanz für Klimaschutz bei Politik, Verwaltung und Bürgerschaft.
Klimaschutzmanagement macht den Unterschied
Studien zeigen: Kommunen mit Klimaschutzmanagement setzen mehr Klimaschutzprojekte um, erschließen mehr Fördermittel und erzielen größere Fortschritte bei der Senkung von Treibhausgasemissionen. Ein professionelles Klimaschutzmanagement schafft die personellen und organisatorischen Voraussetzungen, um Maßnahmen systematisch zu planen und erfolgreich umzusetzen.
Die positiven Wirkungen wurden im Forschungsvorhaben „Wirkungspotenzial kommunaler Klimaschutzmaßnahmen“ untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Kommunen mit Klimaschutzmanagement deutlich erfolgreicher bei der Umsetzung geförderter Klimaschutzvorhaben sind. Das Umweltbundesamt hat die Erkenntnisse in der Broschüre „Klimaschutzmanagement und Treibhausgasneutralität in Kommunen“ zusammengefasst.
Weitere Themen für Sie
Ihre Ansprechpersonen
Sie haben Fragen? Ich berate Sie gern.





