Vorranggebiete fehlen: Thüringen droht bis 2026 der Verlust von 230 Windrädern

In Thüringen droht in den kommenden sechs Jahren der Verlust von mehr als 230 Windrädern. Von 355 Anlagen, die bis 2026 die EEG-Förderung verlieren, können 232 nicht am gleichen Standort ersetzt werden. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Laura Wahl hervor, die MDR THÜRINGEN vorliegt. Damit würde das Land 250 Megawatt installierte Windstrom-Leistung verlieren. Das ist rund ein Sechstel der Leistung aller Anlagen, die in Thüringen derzeit betrieben werden.  

Grundsätzlich seien nur diejenigen Windräder repowerfähig, die sich auch zukünftig in einem Vorranggebiet Wind befinden, heißt es in der Antwort des Thüringer Energieministeriums. Die Standorte der genannten 232 Anlagen seien aber in den derzeit gültigen bzw. neu aufgestellten Regionalplänen nicht erfasst. Für solche Anlagen könnten die Regionalen Planungsgemeinschaften zusätzliche Vorranggebiete für das Repowering schaffen. Diese Standorte dürften dann nur für den Bau moderner und leistungsfähigerer Anlagen genutzt werden, wenn gleichzeitig alte Anlagen an anderer Stelle abgebaut werden. Obwohl das Thüringer  Landesentwicklungsprogramm diese Möglichkeit ausdrücklich vorsieht, sei sie bisher von keiner der Regionalen Planungsgemeinschaften genutzt worden, so das Ministerium. 

Die Abgeordnete Laura Wahl forderte die Planungsgemeinschaften auf, sich bei der Ausweisung von Windvorranggebieten endlich am Ein-Prozent-Ziel der Landesregierung zu orientieren. Das sei notwendig, um die Klimaziele zu erreichen. Repowering an bestehenden Standorten zu ermöglichen, sei dafür maßgeblich. Die Antwort auf ihre Anfrage zeige jedoch, dass der Anteil der Anlagen, für die das möglich sei, in den Regionalplanentwürfen von Nord- und Südwestthüringen aus dem Jahr 2018 im Vergleich zu 2012 sogar sinkt.

"Da die Akzeptanz für Windenergieanlagen an den bestehenden Standorten meist hoch ist, ist dies besonders bedauerlich." sagte Wahl MDR THÜRINGEN. Sie fordert von der Landesregierung eine Repowering-Strategie, die Besitzern von älteren Windrädern Perspektiven bietet, ihre Anlagen nach 20 Jahren auch ohne die Förderung nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz weiter zu betreiben. 

 

Loréne Gensel / Monique Junker
MDR Thüringen - Rechercheredaktion

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