Jenaer Studie bestätigt Thüringer Förderschwerpunkt Insektenschutz bei der Straßenbeleuchtung

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Biologen der Universität Jena haben in einer neuen Studie zu Insekten und künstlichen Lichtquellen herausgefunden, dass kurzwellige blaue Lichtstrahlung die Tiere stärker anlockt als gelb oder warmweiß strahlende Leuchten. Für die Außenbeleuchtung empfehlen die Jenaer Forscher*innen den Einsatz von warmweißen LEDs mit einer Farbtemperatur bis 3.000 Kelvin. Die Studienergebnisse bestätigen somit die Förderrichtlinien des Thüringer Förderprogramms Klima Invest und die Beratungsangebote der Landesenergieagentur ThEGA.

Klima Invest vom Thüringer Umweltministerium bezuschusst seit 2019 beim Modernisieren der Straßenbeleuchtung nur Leuchten mit einer insektenfreundlichen Farbtemperatur von maximal 3.000 Kelvin. Dieser Naturschutzschwerpunkt ist bundesweit einmalig in einem Förderprogramm zur Straßenbeleuchtung. Thüringer Kommunen profitieren zusätzlich von den Beratungsangeboten der Landesenergieagentur ThEGA. Die Energieexperten empfehlen ausschließlich insektenfreundliche Leuchten mit einem an die Nutzungszeiten angepassten Beleuchtungsniveau. Für naturnahe Bereiche wie Parks sind beispielsweise LED-Leuchten der Lichtfarbe „Amber“ besonders geeignet. Insgesamt hat die ThEGA seit 2010 beratend an der Optimierung von mehr als 50.000 Straßenleuchten in Thüringen mitgewirkt.

Außenlicht gezielt, langwellig und zeitlich begrenzt einsetzen

Für die Studie haben die Jenaer Biolog*innen vom Institut für Zoologie und Evolutionsbiologie mehrere Tausend Fluginsekten zwei Jahre lang unter verschiedenen Beleuchtungsszenarien beobachtet. Dabei haben die Forscher*innen herausgefunden, dass bereits kleine Anteile blauen UV-Lichts Insekten anziehen. Besonders alte Leuchtstoff-Lampen entwickeln sich deshalb zu tödlichen Fallen für die Insekten. Die Tiere werden von diesen geradezu magisch angezogen und sterben an deren heißer Oberfläche. Auch kalt- und neutralweiße LEDs mit einer Farbetemperatur von mehr als 3.500 Kelvin verfügen über einen hohen Anteil an kurzwelliger blauer Strahlung. Sie sollten daher nicht im Außenbereich eingesetzt werden. Die Beleuchtungsexperten der ThEGA empfehlen, Außenlicht möglichst gezielt, langwellig und zeitlich begrenzt einzusetzen. So könnten Verbraucher*innen Zeitschaltuhren nutzen und Kommunen auf Straßenleuchten mit Bewegungsmeldern setzen.

Hinweis

Die Studie ist im März im Fachmagazin „Insect Conservation and Diversity“ unter diesem Titel erschienen: Brehm et al: Moths are strongly attracted to ultraviolet and blue radiation.

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Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur GmbH (ThEGA)

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